Symbol des Guten in schweren Zeiten

Für die neue Kunstausstellung im Gemeindehaus wurden am Wochenende die Werke von Gani Bytyçi und Aldo Lotti aufgehängt. Am 12. November lädt die Galerie zur Vernissage ein.

Stolz auf die Ausstellung: Amerigo Lotti, Osvaldo Lotti, Salvatore Mainardi, Gani Bytiçi (Bild: Muriel Zweifel)
Stolz auf die Ausstellung: Amerigo Lotti, Osvaldo Lotti, Salvatore Mainardi, Gani Bytiçi (Bild: Muriel Zweifel)

Samstagmorgen, 9 Uhr, im Gemeindehaus herrscht emsiges Treiben. Im Vorfeld der neuen Exhibition werden ausgewählte Werke der Künstler Gani Bytyçi und dem verstorbenen Aldo Lotti aufgehängt. Anwesend ist unter anderem Kurator Salvatore Mainardi. Auf diese Ausstellung hat er sich lange gefreut, wie er berichtet: «Es treffen zwei unterschiedliche Künstler aufeinander, von denen jeder eine qualitativ hohe Technik mitbringt. Beide schaffen es, ihre Emotionen eindrücklich auf der Leinwand umzusetzen. Das ist Kunst für mich.»

Es ist das erste Mal, dass die Ölbilder von Aldo Lotti seit seinem Tod im Jahr 2000 öffentlich gezeigt werden. Seine zwei Söhne Osvaldo und Amerigo Lotti treffen stellvertretend für ihn eine Bildauswahl aus dem Familienbesitz. «Bevorzugt benutzte mein Vater kalte Farben, jedoch findet sich in den meisten Bildern ein Klacks Rot. Es symbolisierte für ihn das Gute in schweren Zeiten,» so Osvaldo. Im Gegensatz zu Amerigo, der die neue, mehr figurative Stilrichtung seines Vaters bevorzugt, mag Osvaldo die älteren, abstrakteren Bilder. Bewunderung hat Osvaldo auch für die zweite Leidenschaft seines Vaters: das Rätsellösen. Er selbst liess sich davon inspirieren und erstellt seit mehreren Jahren Rätsel für Deutschschweizer Zeitungen. So auch für die Limmatwelle während der Coronakrise.

Das Leid der Welt im Pinsel

Gani Bytyçi kommt ursprünglich aus dem Kosovo und ist seit 1989 in der Schweiz wohnhaft. Er hat bereits mehrere Expositionen in Schweizer Städten sowie im Ausland realisiert und stellt nun seine Werke zum ersten Mail in der Gemeindegalerie Spreitenbach aus. Der Künstler und Journalist greift für seine Kunst auf moderne Öltechniken zurück. Zum grossen Teil abstrakt, zeugen die Werke dabei, wie er berichtet, von Schmerz. Dies sei nicht nur auf den Krieg bezogen, den er in seinem Land erlebt hat, sondern auf das universelle Leid. Für ihn ist Kunst stets Reflexion über das Leben, ein Dienst zur Emanzipation der Seele.

Seine und die Werke von Aldo Lotti können bis zum 28. Januar 2022 im Gemeindehaus Spreitenbach betrachtet werden.

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