«Das letzte Wort»

Die Nachricht kam unerwartet: Der Rektor der Kantonsschule Baden sendete an Eltern und Lehrpersonen ein Mail über die wüsten Szenen an der «Uselütete» an der Kanti Wettingen (Artikel Seite 6/7). Frage an den Sohn, welcher die 2. Klasse der Wirtschaftsmittelschule an der Kanti Baden besucht, was er mitbekommen habe. «Nichts», so seine Antwort. Bei der Abschlusstradition, der «Uselütete», sei es erlaubt, mit Wasser rumzuspritzen, so seine Antwort. Von den überfallartigen Szenen, die sich vor einer Woche in Wettingen abgespielt hatten, erfuhr auch er zum selben Zeitpunkt wie die Eltern und Lehrpersonen.
Warum? Warum werden solche Traditionen oft missbraucht für Vandalenakte, Angriffe auf Menschen? Eine junge Frau wurde verletzt, weil direkt neben ihrem Kopf ein Böller explodiert sei. Eier wurden ins Schulzimmer geworfen, Sprayereien an Gebäuden zeugen von den Aktionen.
Die jungen Menschen handelten offenbar vorsätzlich. Warum sonst ist die Gruppe aus 40 bis 50 Personen vermummt aufgetreten?
«Fassungslos» zeigt sich der Rektor angesichts der Vorfälle. Diese werden nun aufgearbeitet, strafrechtliche und disziplinarische Massnahmen sollen folgen. Eine «Uselütete» etwas anders zu gestalten als vorgesehen, das würde wohl unter den Begriff «Streich» gehen. Wenn allerdings Menschen verletzt und Dinge mit voller Absicht zerstört werden, ist dies unhaltbar. Die Jugendlichen kennten das Gefühl nicht mehr, wann eine Grenze überschritten sei, so der Rektor der Badener Kanti.
Schade wäre, wenn wegen solcher Chaoten Traditionen wie die «Uselütete» gestrichen würden.
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