«Das Letzte Wort»

Hitachi, Hitachi, Hitachi: Die mögliche Ansiedlung des Technologie-Konzerns neben dem Tägi ist eines der vorherrschenden Themen in der Region. Wettingen ist auf der Zielgeraden, um den Deal in den Aargau zu holen. Doch der Marathon hat sich zu einem Zweikampf entwickelt. Auch die Zürcher Nachbargemeinde Otelfingen hat Chancen, als Standort auserkoren zu werden. Hitachi spannt Wettingen und die Region seit Monaten auf die Folter. Ende Mai, Anfang Juni soll endlich der erlösende Entscheid kommen (siehe Artikel auf Seite 2/3). Das fieberhafte Warten darauf macht nervös. Es gibt Zeit zum Zweifeln.
Denn vielen scheint nicht geheuer zu sein, was der Zuzug der Firma bewirken könnte: mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze, mehr Druck auf den Wohnungsmarkt und die Landschaft, eine Überlastung des Verkehrs und der Infrastruktur sowie der Verlust von Freiraum. Neuem begegnet man nicht selten mit Angst und Abwehr. Die Gemeinde, die Planer und der Kanton versuchen, diese zu nehmen, indem sie aufzeigen, was die bis zu 3000 Hitachi-Mitarbeitenden für den Verkehr bedeuten und welche Massnahmen gegen eine mögliche Überlastung vorgesehen sind. Das Gleiche gilt für die Natur und die Landwirtschaftsflächen.
Der Campus sollte nicht nur als eine Bedrohung, sondern als eine Chance angesehen werden, den Ist-Zustand im Siedlungstrenngürtel und auf den Strassen zu überdenken. Das Projekt gibt Schub, die Entwicklung zu planen. Und vor allem würden die erwarteten Steuermillionen Wettingen aus der finanziellen Misere helfen. Sich gegen Fortschritt zu wehren und zu hoffen, dass man vom Wachstumsdruck verschont bleibt, ist zu kurzsichtig. Es gibt zig Gründe, zu zweifeln. Doch der Schritt aus dem Tal des Pessimismus hilft manchmal. Was, wenn alles gut kommt?
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