«Das letzte Wort»

Einwohnerrat Lutz Fischer ist an der Märzsitzung des Einwohnerrats Wettingen nach zehn Jahren Zugehörigkeit zurückgetreten. Im Porträt (Seite 4/5) erzählt er, was ihm in dieser Zeit besonders gut gefallen hat, was sich verändert und was ihn gestört hat. So kam er im Laufe des Gesprächs mit der Limmatwelle auch auf den Wettinger «Konflikt», ob die Gemeinde eher eine Sport- oder eine Kulturstadt sei. Vizeammann Christian Wassmer sage jeweils, dass Wettingen eine Sportstadt sei, die Kultur sei in Baden. Lutz Fischer findet: «Es gibt auch Steuerzahler, die Interesse an Kultur haben, ich zähle mich dazu. Die müssen auch irgendwo ihren Platz haben.»
Sport oder Kultur? Warum muss es ein «oder» sein? Man sollte meinen, beide Themen hätten ihre Daseinsberechtigung. In einer Gemeinde mit 22000 Einwohnerinnen und Einwohnern sollten die Angebote beider Sparten vorhanden sein. Unzählige Sportvereine und Musikvereine fördern die Gemeinschaft, das gemeinsame Erleben. Ebenso lernen Kinder und Jugendliche in einem Team oder einem Chor, auf den andern zu hören, miteinander Konflikte zu lösen und Neues auszuprobieren. Die Wettinger Sportlerehrung zeigt jeweils auf, wie viele Talente und erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler es gibt. Ebenso werden im Gluri-Suter-Huus Fotografien, Bilder und Objekte Wettinger Kunstschaffender gezeigt. Oder im Tägerhard kommen bei der Veranstaltung «Guitars & more» am Sonntag Gitarrenliebhaber auf ihre Kosten.
Man sieht, so vielfältig sich die Einwohnerinnen und Einwohner Wettingens zeigen, so differenziert ist auch deren Geschmack. Deshalb ist für mich klar: Es muss für Sport und Kultur Platz haben in Wettingen.
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