«Das Letzte Wort»

Sibylle Egloff Francisco, Redaktorin

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. Ich spreche als zweifaches Mami und passionierte Journalistin aus Erfahrung. Ich muss nicht, aber ich möchte arbeiten. Für meine Unabhängigkeit, für mein Selbstwertgefühl, für meine Befriedigung, für meine Altersvorsorge!

Dass das ein immenser Spagat bedeutet und für viel Organisation, Stress, mentale Belastung und manchmal auch Schuldgefühle sorgt, das kann mir jede berufstätige Mutter bestätigen. Und sicher auch die arbeitenden Väter, vor allem diejenigen, die sich ebenso stark der Kinderbetreuung verschreiben wie ihre Partnerinnen.

Doch von Letzteren wird oft immer noch erwartet, dass sie bei der Arbeit alles stehen und liegen lassen, wenn das Kind krank ist, oder dass sie alles regeln, wenn es darum geht, Kinderarzttermine wahrzunehmen oder Geburtstagskuchen zu backen. Ernüchternd war für mich der erste Spielgruppentag meiner Dreijährigen. Die neun Kinder wurden allesamt von ihren Müttern begleitet – mit einer Ausnahme. Eine schwangere Mutter hatte ihren Mann zur Verstärkung mitgenommen. Mir wäre nicht mal in den Sinn gekommen, meinen Mann zu fragen, ob er auch dabei sein möchte. Das Bild der aufopfernden Mutter, das mich und so viele andere Frauen immer noch prägt, hielt mich davon ab, überhaupt so weit zu denken.

Schön, dass die Gemeinde Killwangen endlich Tagesstrukturen einführt (siehe Seite 9). Dies hilft Eltern und vor allem Müttern dabei, Familie und Arbeit besser zu vereinbaren. Man muss beispielsweise nicht mehr um 11 Uhr aus dem Büro rennen und Zmittag kochen und dann das Kind aus der Schule abholen. So kann man sich am Feierabend sicherlich entspannter um seine Kinder kümmern. Das ist es auch, was sie verdient haben: zufriedene und erfüllte Eltern. Feedback an:

sibylle.egloff@chmedia.ch

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