Wegzug über die Nebelgrenze

Schulpflegepräsident Rainer Carspecken zieht mit seiner Familie von Killwangen nach Amden, wo sie fast genauso sehr zu Hause sind wie an der Limmat.

Schulpflegepräsident Rainer Carspecken vor dem Adventsfenster Nummer 3 der Primarschule Zelgli. Foto: ska
Schulpflegepräsident Rainer Carspecken vor dem Adventsfenster Nummer 3 der Primarschule Zelgli. Foto: ska

Genau seit 10 Jahren sind Rainer Carspecken, seine Frau und seine zwei Kinder im Alter von acht und neun Jahren in Killwangen zu Hause. Genauso zu Hause sind sie aber gleichzeitig in Amden, wo sie seit Jahren ein Chalet besitzen. Dorthin verlegt die Familie im neuen Jahr nun definitiv ihren Wohnsitz. «Das hat mit Lebensqualität zu tun: Wenn ich die Wahl habe, auf den Nebel zu schauen oder darunter zu leben, entscheide ich mich natürlich für Ersteres», berichtet Schulpfle-gepräsident Carspecken schmun- zelnd von dieser Entscheidung. Beruflich wird sich für den IBM-Manager nicht viel ändern – seine Firma unterstützt das Arbeiten von zu Hause aus: «Ob ich in Killwangen, in Zürich oder in Amden bin, kommt nicht darauf an.»

Was er hingegen mit dem Wegzug aus Killwangen abgeben wird, sind seine Tätigkeiten als Schulpflegepräsident und in der Wettbewerbskommission zur Schulraumplanung, der sogenannten Doppelkindergarten-Kommission und der Arbeitsgruppe Schule der Fusionsgespräche Spreitenbach-Killwangen.

Am 2. Dezember hat Carspecken offiziell demissioniert: «Wenn mein Wohnsitz nicht mehr in Killwangen liegt, ist es nicht möglich, diese Ämter weiter innezuhaben.» Die Nachfolge wird sich in den nächsten Wochen klären. Rainer Carspecken will den neuen Schulpflegepräsidenten oder die neue Schulpflegepräsidentin auf jeden Fall einarbeiten, «denn mir liegt das Ganze sehr am Herzen.» Er werde seine Verantwortung gegenüber den Kindern, der Schule und den Eltern nach seinem Wegzug nicht einfach abhaken, sondern weiter zur Verfügung stehen. «Die Person, die meinen Job hier übernimmt, wird ein Paradies vorfinden», schwärmt er von seinen acht Jahren in der Schulpflege. Nicht nur der Schule, sondern der ganzen Gemeinde gegenüber empfindet Carspecken grosse Dankbarkeit für eine schöne Zeit.

Der Hausverkauf in Killwangen ist vor wenigen Wochen problemlos abgelaufen. Hausübergabe ist Ende Januar – für Carspeckens auch der Termin für den definitiven Wegzug. «Da wir ja schon ein Domizil in Amden besitzen und die Kinder auch schon ein Zuhause und Kontakte haben, haben wir uns kurz entschlossen entschieden», erzählt der 45-Jährige. Amden biete den Walensee und die Berge, also sommers wie winters ein tolles Freizeitprogramm; und dazu, da auf 1000 Meter über Meer gelegen, viel Sonne. Kein Wunder also, umreisst Carspecken die Entscheidung für den Wegzug mit den Worten «Selbstverwirklichung» und «Qualitätssteigerung des Lebens». Als Gemeinde vergleicht Carspecken Amden mit Killwangen: Die Infrastruktur sei ähnlich und eine Schule, in die die beiden Kinder fast nahtlos wechseln können, gebe es auch. Weihnachten und Neujahr feiert die Familie ohnehin schon seit vielen Jahren im weiss verschneiten Amden – diese Entscheidung muss also nicht gefällt werden.

Die ganze Familie freue sich auf den Umzug. Mit ein bisschen Wehmut sei der Wegzug von Killwangen aber doch auch verbunden, sagt Carspecken: «Keine Veränderung im Leben geht ganz ohne negative Seite vor sich.» Das Positive werde aber auch die zusätzlich Zeit sein, die er mit seiner Familie werde geniessen können. Er habe noch keine Pläne, sich in Amden genauso wie in Killwangen zu engagieren: «Vorerst will nur meine Zeit geniessen.» Und natürlich mehr Schnee schaufeln, fügt er lachend hinzu.

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