Von Killwangen ins sonnige Bündnerland gezogen

Bis Ende Jahr amtete Hanspeter Schmid als Gemeinderat in Killwangen. Ende Februar gab er sein letztes Amt in der Region ab. Jetzt lebt er mit seiner Frau im Bündnerland.
«Bei euch hats Nebel? Wir haben hier stahlblauen Himmel», sagt Hanspeter Schmid während des Telefoninterviews im Februar. Nicht nur das: Von seiner Attikawohnung aus hat er den Calanda, den Brambrüesch und das Weisshorn im Blick. Das Wetter und die Aussicht sind jedoch nicht die einzigen Gründe, weshalb Hanspeter Schmid und seine Frau Miriam von Killwangen nach Chur zogen. Für Miriam Schmid ist es sozusagen eine Rückkehr in die Nähe ihrer Wurzeln, sie wuchs im Rheintal auf. Vor allem aber sind Schmids in die Nähe ihrer Tochter gezogen, die nach der Heirat mit einem Bündner in den Kanton Graubünden zog.
Bis Ende Jahr war der pensionierte Kantonspolizist Gemeinderat in Killwangen. Dass er nicht mehr für eine neue Amtsperiode antrat, hat aber nichts mit dem Umzug zu tun. Nach 15 Jahren fand er, dass es Zeit sei, einem jüngeren Gemeinderat Platz zu machen. «Wir machten uns Ende Juni Gedanken über einen möglichen Umzug Richtung Chur, haben aber nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht», sagt Schmid. Innerhalb von zwei Tagen fanden sie eine Mietwohnung, 300 Meter von der Churer Altstadt entfernt. Eine Woche später war auch das Einfamilienhaus in Killwangen an eine Familie mit Kindern aus dem Dorf verkauft.
Unberechtigte Kritik
Seit Anfang Jahr lebt das Ehepaar nun in Chur. «Das Loslassen fiel mir gar nicht schwer», sagt Hanspeter Schmid und erwähnt die Freundlichkeit der Bündner. Die Limmattaler habe er oft als unehrlich empfunden. «Kritik dem Gemeinderat gegenüber ist wichtig», betont er. Gestört habe ihn, wenn der Gemeinderat darlegen konnte, dass alles fachmännisch abgeklärt und beantwortet ist, und trotzdem kritisiert wurde. «Einigen geht es nur darum, Aufmerksamkeit zu erhalten und den Gemeinderat unglaubhaft darzustellen.»
Doch damit muss er sich nicht mehr beschäftigen. Mitte Februar hat er auch sein letztes Amt als Präsident der ARA abgegeben, dem Abwasserverband Killwangen, Spreitenbach und Würenlos. Einen Wunsch hat er allerdings an die Killwangenerinnen und Killwangener: «Gebt acht auf die Wasserversorgung und tragt dem Trinkwasser Sorge.» Noch sei es vorhanden mit dem eigenen Reservoir und der Möglichkeit, Wasser aus Spreitenbach zu beziehen. Es sei wichtig gewesen, dem Wasserverbund beigetreten zu sein.
13 Kilometer Werkleitungen verlegt, 4 Kilometer Strassen saniert
Es habe ihm gefallen, als Ressortleiter Tiefbau die Infrastruktur aufzubauen. Stolz erwähnt er, dass während seiner 15-jährigen Amtszeit gesamthaft 13 Kilometer Werkleitungen verlegt und 4 Kilometer Strassen saniert wurden. Für 24 Millionen Franken hat er Kredite beantragt, 18 Millionen Franken gingen zulasten der Gemeinde. «Dabei gab es Kreditunterschreitungen von gesamthaft 2 Millionen Franken.»
Vor einer Woche feierte Hanspeter Schmid seinen 70. Geburtstag. Während sie früher an runden Geburtstagen Bekannte, Freunde und Familie zum Fest einluden, wurde im Bündnerland «ganz locker» gefeiert, wie Schmid sagt: «Wir gingen mit der Familie essen.» Überhaupt sei das Leben im Bündnerland mit wenig Verpflichtungen gefüllt. Spaziergänge an der Sonne und täglich mindestens eine Stunde Darttraining gehören aber dazu. «Wir haben dafür extra ein Dartzimmer eingerichtet.» Auch sein 3D-Drucker sei häufig in Betrieb. Es fehle ihnen nichts, «auch wenn ich mich freue, wenn ab und zu Freunde aus dem Aargau bei uns vorbeischauen». Und dann auch ein bisschen Sonne tanken können.


