«Nicht nur verwalten, auch gestalten»

Ein zusätzliches Gemeinderatsmitglied wurde am Neujahrsapéro zwar nicht gefunden – die Stimmung war aber dennoch sehr gut.

«Ich halte jetzt eine viertelstündige Ansprache, also nehmen Sie sich noch etwas zu trinken», sagte Gemeindeammann Markus Schmid (Mitte) bei der Begrüssung augenzwinkernd und sorgte damit für den ersten Lacher am Neujahrsapéro. Rund 100 Killwangenerinnen und Killwangener hatten sich am vergangenen Sonntag im Werkgebäudesaal versammelt, um sich ein gutes neues Jahr zu wünschen. «Wir stellen eine generelle Zunahme der Teilnehmenden an Anlässen fest», sagte Schmid erfreut. Er nutzte die Gelegenheit, zu betonen, wie wichtig dem Gemeinderat der Kontakt zur Bevölkerung ist: «Der Austausch mit euch hilft uns, zu spüren, was läuft, auch das, was man offiziell nicht hört. Das ist für uns ganz wichtig, auch beim Fällen von Entscheidungen.»

In seiner Neujahrsrede blickte er zurück und voraus. Als Highlight nannte er die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden, die Mitarbeit am regionalen Verkehrskonzept, den fertiggestellten Mühlihof, die kurz vor Abschluss stehende Immobilienstrategie, dass alle politischen Geschäfte angenommen worden waren und die Schulsituation auf gutem Weg sei, sich nach Auf und Ab zu stabilisieren. Schmid erwähnte auch einige gut besuchte Anlässe, etwa denjenigen von Pro Senectute und Kantonspolizei. «Wir würden uns wünschen, dass einmal eine Gemeindeversammlung so gut besucht wäre», sagte Schmid lachend. Er hoffe, dass zumindest das Festzelt am «KillwangenerFest», in dem die Sommergmeind stattfinden soll, gefüllt sein werde. Dieses Fest, die Renovation des Meierbädlis, die Limmattalbahn, der demografische Wandel und viele andere Themen ständen dieses Jahr in Killwangen im Fokus. «Wir wollen gestalten, nicht nur verwalten», so Schmid.

Damit das auch weiterhin gelingt, sucht der Gemeinderat nach dem Rücktritt von Martin Kreuzmann (Mitte) ein neues Mitglied. Mit dem Hinweis, dass die Personen, die im Dreikönigskuchen auf den König stossen, sich bei Schmid melden sollen, sorgte der Gemeindeammann auch am Schluss seiner Rede für einige Lacher. Nein, kein Formular für Gemeinderatskandidaten, sondern einen Gutschein vom Beck Arnet habe er dabei, antwortete er lachend. Noch mehr Lacher gab es, als zu sehen war, wer das Kuchenstück mit dem König erwischte: der bereits amtierende Gemeinderat Walter Hubmann (parteilos) und Mitte-Präsident und ehemaliger Gemeinderat Markus Würsch. «Wie wäre es mit einer weiteren Legislatur?», stellte eine Anwesende fragend in den Raum. «Nein, das ist nicht verhandelbar», gab Hubmanns Frau Claudia zur Antwort, und auch Würsch winkte ab. Trotz Königskuchen ist die Suche nach dem fünften Gemeinderatssitz also auch nach dem Neujahrsapéro nicht beendet.

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