Intervenieren, bevor es zum Eklat kommt

Schulsozialarbeiterin Yasmin Manastir hat am 1. März ihre Arbeit an der Killwangener Schule aufgenommen.

Noch hat Yasmin Manastir keinfestes Büro im Schulhaus. Wenn im Sommer das erweiterte Schulhaus bezogen werden kann, wird sich das ändern. Die Schulsozialarbeit wird dann einen festen Platz haben als Anlaufstelle für Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern. «Es ist ein niederschwelliges Angebot, das auch spontan genutzt werden kann, ohne lange vorher etwas abzumachen», betont Schulpflegepräsidentin Liliane Zeindler.

Die Einführung der 40-Prozent-Stelle mit einem jährlichen Budget von 63200 Franken hatte an der letzen Sommergmeind für Diskussionen gesorgt, wurde aber schlussendlich klar gutgeheissen. Schon damals hatte Schulleiter Urs Bolliger den Bedarf erklärt. Es sei nicht primär Aufgabe der Schulsozialarbeit, Feuer zu löschen, sondern eine präventive Basis zu legen. «Es soll interveniert werden, bevor es zur Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde KESB geht und eskaliert», doppelt auch Gemeindeammann Werner Scherer nach.

Schulsozialarbeiterin Yasmin Manastir fügte an, dass es ihr jedoch nicht darum gehe, Konflikte zu unterbinden. «Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, mit Konflikten und Emotionen wie Wut umzugehen», beschreibt Yasmin Manastir ihr Ziel. Sie will den Schülern das Rüstzeug dafür mitgeben und mit ihnen zusammen Lösungen suchen.

Bisher gab es in Killwangen keine Schulsozialarbeit. Das heisst jedoch nicht, dass es keine Konflikte gab. Im Gegenteil. Bei einem Konflikt mussten vor zwei Jahren externe Fachleute zur Klärung beigezogen werden. «Das hat die Gemeinde viel Geld gekostet und zu keiner flächendeckenden Lösung geführt», so Vizeammann und Ressortvorsteher Walter Hubmann. Man hofft, mit der neu geschaffenen Anlaufstelle künftig besser dazustehen und auch präventiv zu wirken.

Die Schulsozialarbeiterin arbeitet in Killwangen, ist jedoch bei der Schulsozialarbeit Wettingen angestellt. «So kann sie von unserem Know-how profitieren und auch Stellvertretungen und Abwesenheiten sind geregelt», sagt Philippe Rey, Gemeinderat und Ressortvorsteher in Wettingen. In Wettingen profitiere man von zehnjähriger Erfahrung, habe bei der Einführung Pionierarbeit geleistet und arbeite auch mit der Schule Ennetbaden zusammen. Wettingen geniesse einen guten Ruf. Wohl auch deshalb habe man unter 80 Bewerbungen aussuchen können, vermutet Rey.

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