Güterschuppen soll weg

Der Gemeinderat sähe anstelle des BahnhofGüterschuppens lieber ein Bus-Terminal. Die Krux: Das Gebäude ist substanzgeschützt.

Es sind noch keine drei Jahre her, seit die Gemeindeversammlung die neue Bau- und Nutzungsordnung (BNO) beschlossen hatte. Nun gelangt der Gemeinderat bereits mit einer Teilzonenplanänderung an die Gemeindeversammlung vom 17. Juni.

Worum geht es? Kurz vor Abschluss der Gesamtrevision Nutzungsplanung war damals auf Empfehlung der kantonalen Denkmalpflege das Bahnhofsgebäude unter Substanzschutz gestellt worden und darf demnach nicht abgebrochen werden. «Damit haben wir einen Bock geschossen», gestand Vizeammann und Ressortvorsteher Walter Hubmann an der Polit-Info vom Montagabend ein. Er macht kein Geheimnis daraus, dass er selbst den Betonbau von Max Vogt, der als SBB-Hausarchitekt zahlreiche Bahnbetriebsgebäude entworfen hat (Bahnhof Altstetten, Stellwerk beim Zürcher Hauptbahnhof), nicht für schützenswert hält. Ebenso wenig wie der Votant, der den Bahnhof mit ei-ner Militäranlage verglich: «Man müsste ihn nur noch tarnen.»

Die jetzt beantragte Teiländerung des Bauzonenplans würde den Güterschuppen und das Café Suisse vom Schutzstatus wieder entbinden (nicht aber das prägnante Wohngebäude). Damit wäre die Voraussetzung für den notwendigen planerischen Spielraum an diesem Ort geschaffen. Denn der Gemeinderat favorisiert eine eigene Variante für die künftige Endhaltestelle der Limmattalbahn mit einem Bus-Terminal am Standort des heutigen Güterschuppens. «So könnte der Knoten Würenloser-strasse entlastet werden», begründet Hubmann die Idee. Ausserdem widerstrebt es ihm, dass die Gemeinde in der ursprünglichen Limmattalbahn-Variante für den Busbahnhof Land zur Verfügung stellen müsste, während der Güterschuppen wie seit Jahren weiterhin brach bliebe. Ein weiterer Aspekt sei, dass die Limmattalbahn bei der gemeinderätlichen Variante den grössten Teil der Kosten übernehmen müsste.

Hubmann gab aber zu bedenken, dass der Güterschuppen den SBB gehört: «Wenn das BAV (Bundesamt für Verkehr) schliesslich unserer Variante zustimmt, besteht die Chance, dass die SBB den Schuppen abreissen.» Er könne aber nicht garantieren, dass die Übung gelingt. Unterstützung erhielt er aus dem Plenum: «Wenn wir jetzt nicht alles versuchen, bleibt der Güterschuppen auf alle Ewigkeit stehen.» Dies sei eine Chance im Sinne der nächsten Generationen.

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