Dreckjobals Traumjob

Seit 1973 arbeitet Rudolf Läubli als Klärwärter in der Abwasserreinigungsanlage in Killwangen. Ende April lässt er sich frühpensionieren und freut sich, mehr Zeit für Bergtouren zu haben.

Rudolf Läublis Lieblingsarbeit als Klärwärter waren Führungen für Schulkinder. Foto: bär
Rudolf Läublis Lieblingsarbeit als Klärwärter waren Führungen für Schulkinder. Foto: bär

Auch nach 39 Dienstjahren ist Rudolf Läublis Arbeit noch nicht zur Routine geworden. «Obwohl es ein Dreckjob ist, ist es auch ein Traumjob», sagt er. Gefallen findet Rudolf Läubli vor allem an der Vielfältigkeit seiner Arbeit. «Es ist spannend, denn man weiss am Morgen nicht, welche Arbeit der Tag mit sich bringt.» Als Klärwärter sei man eine Art Allrounder, arbeite im Labor, im Büro oder in der Werkstatt und sei auch Techniker. Den schlimmsten Arbeitstag erlebte Rudolf Läubli vor rund 20 Jahren, als es in Spreitenbach zu einer Überschwemmung kam, die sogar ein Todesopfer gefordert hat. Die Leitungen der Kanalisation waren mit Sand gefüllt, sodass die Kläranlage nicht mehr funktionierte und Garagen und Keller sich mit Wasser füllten. «Wir mussten die Leitungen reinigen, was sehr aufwendig und hektisch war.» Mit Bagger wurden Hunderte Kubikmeter Sand weggeschaufelt. Rund zwei Wochen dauerten die Aufräum- und Reinigungsarbeiten.

Besonders gerne mochte er Arbeitstage, an denen er Besuch von Schulkindern bekam. Kindergärtlern, Primar-, Oberstufen- und Kantischülern zeigte er die Anlage und beantwortete ihre Fragen. «Das gehörte zu meinen Lieblingsarbeiten.» Künftig wird er keine Führungen mehr machen, weil dies während des jetzigen Um- und Neubaus der Anlage nicht möglich ist und Rudolf Läubli Ende April pensioniert wird. Eigentlich hat er geplant, bereits Ende dieses Monats die Frühpension anzutreten. «Weil mein Nachfolger Roger Scherer erst Anfang Mai beginnt, arbeite ich nun einen Monat länger.»

Die Vorfreude auf den nächsten Lebensabschnitt ist gross. «Als Pensionär werde ich mehr Zeit haben, Bergsport zu betreiben.» Läubli unternimmt leidenschaftlich gerne Bergtouren und überlegt sich sogar, ob er sich zum Tourenleiter ausbilden lassen will. Wegen des Pikettdienstes und der unregelmässigen Arbeitszeiten – die Anlage wird rund um die Uhr von ihm und seinem Mitarbeiter Willi Schaller betreut – war seine freie Zeit bisher eingeschränkt.

Er freut sich auf die neue Freiheit und hat noch viele Ideen und Pläne, die er und seine Frau umsetzen wollen.

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