«Die Polizei soll draussen sein»

Die Polizisten und Zivilangestellten der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal sind in den neuen Polizeiposten im Wettinger Zentrum eingezogen und haben auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt.

Der neue Einvernahmeraum.Gemeindeammann Markus Dieth, Polizeichef Roland Jenni und dessen Stellvertreter Michael Krassnig (v. l.) in einer der grosszügigen Garagen.Fotos: bär

Der neue Einvernahmeraum.Gemeindeammann Markus Dieth, Polizeichef Roland Jenni und dessen Stellvertreter Michael Krassnig (v. l.) in einer der grosszügigen Garagen.Fotos: bär

«Der grösste Mehrwert ist, dass seit dem 1. März immer zwei Patrouillen unterwegs sind», sagt Markus Dieth, Gemeindeammann von Wettingen. Damit setze man den Auftrag nach Bürgernähe um. «Die Polizei soll draussen präsent sein und nicht im Büro sitzen.»

Als die Medien vergangene Woche durch den neuen Polizeiposten geführt wurden, war dies denn auch sichtbar; nur knapp ein halbes Dutzend Polizisten waren an diesem Morgen auf dem Posten anwesend. «Man muss sich daran gewöhnen, dass tagsüber nicht mehr mindestens zehn Polizisten im Büro sind», sagt Polizeichef Roland Jenni. Neben der vierköpfigen Einsatzgruppe, die für Spezialdienste wie Verkehrsinstruktion und Radar zuständig ist und zu Bürozeiten arbeitet, gibt es vier Einsatzgruppen, die im Schichtbetrieb von 7 bis 18 Uhr oder von 18 bis 7 Uhr arbeiten. Die je sechsköpfigen Teams teilen sich pro Schicht auf. Zwei Polizisten patrouillieren gemeinsam in den Gemeinden Killwangen, Spreitenbach und Bergdietikon; weitere zwei Polizisten tun dasselbe in den Gemeinden Neuenhof, Würenlos und Wettingen. Die restlichen zwei Beamten arbeiten auf dem Posten. Der so geregelte Schichtbetrieb sei bei den Polizisten beliebt, weil sie nach einer intensiven Arbeitszeit eine lange Ruhephase hätten und die Nachtschichtarbeit so gut verkraftbar sei, so Jenni. «Man kommt bei der Polizei weg vom Pikettdienst, hin zum Schichtbetrieb.» Das habe auch den Vorteil, dass keine Wohnpflicht mehr nötig sei. «Die Jungen wollen nicht mehr dort wohnen, wo sie arbeiten», so Dieth. Die Polizisten wohnen denn teilweise auch in benachbarten Kantonen, kommen beispielsweise aus Basel oder dem Thurgau.

Dieth ist überzeugt, dass dies zu einem Zukunftsmodell wird. Trotz ausgetrocknetem Arbeitsmarkt habe man alle Stellen besetzen können. Dieth und Jenni sind zuversichtlich, so auch den vom Kanton geforderten Aufwuchs – pro 700 Einwohner ein Polizist -– umsetzen zu können. Ziel sei es, im Jahr 2015 und 2016 je zwei zusätzliche Polizisten anzustellen und die vier Einsatzgruppen mit je einer Person zuverstärken.

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