Die Killwangener Jugendliche wollen ihren eigenen Treffpunkt

Killwangen beteiligt sich nicht mehr am Jugendtreff Spreitenbach. Die Jugendlichen haben ihn zu wenig benutzt.

In Killwangen gibt es keinen Jugendtreff. Die Jugendlichen konnten aber den Spreitenbacher Jugendtreff Peli besuchen. Die Gemeinde Killwangen hat sich jährlich mit 10000 Franken daran beteiligt. Das wird sich im nächsten Jahr ändern: Per Ende 2019 streicht sie den Beitrag. Dies geht aus den Spreitenbacher Gemeinderatsnachrichten von vergangener Woche hervor. Grund für das Ende der finanziellen Unterstützung ist das mangelnde Interesse der Killwangener Jugendlichen am «Peli». «Gründliche Abklärungen in Killwangen und insbesondere Rücksprachen mit Jugendlichen und Eltern sowie dem Elternverein haben ergeben, dass der Jugendtreff kaum noch von Jugendlichen aus Killwangen genutzt wird», sagt Gemeindeammann Werner Scherer. Sibylle Müller, Präsidentin des Elternvereins Killwangen, doppelt nach: «Die Jugendlichen, mit denen ich Kontakt habe, nutzen ihn nicht.» Dafür gebe es verschiedene Gründe: mangelnde Identifikation, langer Heimweg, keine gleichgesinnten Killwangener zum Austauschen. Und vor allem: «Die Jugendlichen möchten ihren eigenen, selbstgestalteten Raum in Killwangen. Mit eigenem Namen und eigener Handschrift», so Müller. Es gehe den Killwangener Jugendlichen nicht darum, dass der «Peli» nicht gut sei. Er sei halt einfach nicht «ihr Eigenes».

Aus diesem Grund hat sich in Killwangen eine Projektgruppe gebildet, die sich des Themas annimmt. Am 26. September fand die erste Sitzung statt. «Im November findet eine weitere Sitzung statt, an der auch zwei Jugendliche teilnehmen», erklärt der Gemeindeammann. Auch Müller ist Teil der Gruppe. «Wir haben eine Ist-Soll-Analyse gemacht», erklärt sie. Dabei sei klar geworden: Killwangen braucht eine Jugendkommission und einen eigenen Jugendtreff.

Es sind laut Müller bereits Pläne für einen eigenen Raum diskutiert worden. Spruchreif seien sie allerdings noch nicht. Im Frühling 2020 soll dies so weit sein.

Da Killwangen den Spreitenbacher Jugendtreff ab Anfang 2020 nicht mehr unterstützt, werden 10000 Franken frei. Gemäss Müller soll dieser Betrag in die Arbeit der Projektgruppe und die Ergebnisse daraus fliessen.

Doris Schmid, die verantwortliche Gemeinderätin in Spreitenbach, findet den Entscheid von Killwangen «schade». Sie betont aber: «Der Betrieb des Jugendtreffs wird gleich weitergeführt.» Und falls Jugendliche aus Killwangener den Jugendtreff Peli besuchen wollen? «Sie werden selbstverständlich nicht weggeschickt.»

Müller erachtet einen eigenen Jugendtreff als sinnvoll und realistisch: «Die Jugendlichen wollen sich engagieren und Verantwortung übernehmen.» Im Sommer kämpfte die Gemeinde mit Littering, Sachbeschädigungen und Lärm auf den Spielplätzen beim Schulhaus Zelgli. «Killwangener Jugendliche, die sich mit Killwangen identifizieren können, achten mehr auf die Sachen im Dorf.» Ein Jugendtreff könnte also nicht nur den Zusammenhalt unter den Teenagern stärken, sondern auch die Identifikation mit der Gemeinde im Allgemeinen.

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