Der Güterschuppen hat ausgedient

75 der 1167 Stimmberechtigten konnte Gemeindeammann Werner Scherer zur Gemeindeversammlung begrüssen. Der Schutz der bestehenden Bahnhofgebäude beziehungsweise die geplante Endstation der Limmattalbahn bildete den Schwerpunkt der Versammlung.

Fiko-Präsident Aldo Tuor fordert den Gemeinderat auf, Gebührenanpassungen ins Auge zu fassen.Foto: dm
Fiko-Präsident Aldo Tuor fordert den Gemeinderat auf, Gebührenanpassungen ins Auge zu fassen.Foto: dm

«Warum schon wieder eine Änderung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO)?», leitete Vizeammann Walter Hubmann das Traktandum «Schutzstatus Bahnhofgebäude» ein. Mit der neuen Limmattalbahn wird Killwangen zum wichtigen Verkehrsknotenpunkt. SBB, Limmattalbahn und Busse haben hier ihre Haltestellen. Sie und der Individualverkehr müssen sich den engen Platz teilen.

Um die Situation zu verbessern, will der Gemeinderat den als Verkaufslokal genutzten ehemaligen Güterschuppen abbrechen und an dessen Stelle einen Busbahnhof erstellen. Die Limmattalbahn will den Güterschuppen stehen lassen, auch weil er unter Schutz steht. Trotz dieses Gegensatzes betonte Hubmann: «Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit der Limmattalbahn.» Um den Güterschuppen abreissen zu können, muss er aus dem bestehenden, in der BNO festgehaltenen Schutz entlassen werden.

In der Versammlung war dieses Ansinnen unbestritten. Die Versammlung nahm sogar mit grossem Mehr zwei Anträge aus dem Plenum an. Der Gemeinderat darf entscheiden, welchen er weiter- verfolgen will. Mit dem ersten Antrag wird nur der Güterschuppen aus dem Schutzstatus entlassen, mit dem zweiten das ganze Bahnhofgebäude. Letztlich wird der Kanton über den Schutz entscheiden. Der Gemeinderat hofft, dass dies in seinem Sinne geschehen wird und dass dann das Bundesamt für Verkehr (BAV) sich ebenfalls für sein Projekt ausspricht.

Die Rechnung 2015 der Gemeinde schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 865633 Franken und liegt damit deutlich über den budgetierten 167630 Franken. «Den Betrag legen wir ins Eigenkapital», sagte Gemeinderat Jürg Lienberger. «Wir müssen froh sein über jedes gute Ergebnis», stellte Finanzkommissionspräsident Aldo Tuor zur Rechnung 2015 fest. Er forderte den Gemeinderat aber auf, allfällige Gebührenanpassungen ins Auge zu fassen.

Mit der zunehmenden Einwohnerzahl muss die Gemeinde ihre Infrastruktur ausbauen. Dies wiederum führt zu steigendem Unterhalt. Gemeinderat Patrick Bellini erläuterte die sich ändernden Anforderungen. «Insbesondere in der neuen Schulanlage und im Doppelkindergarten fallen zusätzliche Arbeiten an», sagte er. Deshalb hat der Gemeinderat pro-visorisch eine 60-Prozent-Stellegeschaffen. Die Versammlung stimmte nun einer Pensenerhöhung um 100 Stellenprozente zu.

Das einzige Votum aus der Versammlung kam zur Ordnung auf dem Grillplatz. Bellini bestätigte, dass es an den wenigen schönen Wochenenden in diesem Jahr dort «eher unschön zu und her geht.»

Mit zwei Anträgen für Tiefbauten wandte sich Gemeinderat Hanspeter Schmid an die Versammlung. 247000 Franken bewilligte die Versammlung für die Werkleitungs-Erschliessung einer Parzelle am Brühhaldenweg. Das zweite grosse Sanierungspaket (1,597 Millionen Franken) betrifft den Schürweg und die Schulstrasse. Auf den Abschnitt 3 des Projektes, bis zur Zürcherstrasse, will der Gemeinderat vorerst verzichten. Dieser Abschnitt wird rund 950 000 Franken kosten.

Obwohl alle Entscheide einstimmig oder mit sehr grossem Mehr gefällt wurden, unterliegen sie dem fakultativen Referendum.

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