Spreitenbach
18.05.2022

Nähe zur Natur – auch beim Spielen

Die Kinder stürmen den neuen Spielplatz beim Spreitenbacher Schulhaus Boostock.zVg

Die Kinder stürmen den neuen Spielplatz beim Spreitenbacher Schulhaus Boostock.zVg

Viele Kinder erfreuten sich am neu eröffneten Spielplatz beim Boostockplatz in Spreitenbach. Er wurde am 11. Mai eingeweiht.

Von: Liwe

«Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis, es entspricht genau unseren Bedürfnissen», sagt Schulleiter Hannes Schwarz. «Wir konnten eine tolle Ergänzung und Aufwertung des Schulgeländes erreichen.»

Am 11. Mai wurde der neue naturnahe Spielplatz beim Schulhaus Boostock eröffnet.

Ein naturnaher Spiel- und Pausenplatz bietet Kindern anregende und vielfältige Gelegenheiten, um sich gesund zu entwickeln und spielerisch zu lernen. Die Roger Federer Foundation unterstützt die Verbreitung des innovativen Ansatzes an 31 Schweizer Schulen mit einem Fokus auf sozioökonomisch benachteiligte Familien. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Implementierungspartnerin RADIX, der Konzeptpartnerin Stiftung Naturama und der wissenschaftlichen Partnerin Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW). Die Schulen werden bei der Umsetzung, dem partizipativen Prozess und der pädagogischen Nutzung begleitet und beraten. Für die eigenständige Nachahmung haben die mitwirkenden Organisationen ein Planungs- und Gestaltungsdossier und für die Nutzung ein pädagogisches Dossier als öffentlich zugängliche Instrumente entwickelt.

Förderung einer gesunden

 

Entwicklung der Kinder

Ein naturnaher Spiel- und Pausenplatz fördert Kinder ganzheitlich in ihrer kognitiven, emotionalen, motorischen und sozialen Entwicklung. Er bietet viele Gelegenheiten für das spielerische Lernen in Pausen und Auffangzeiten genauso wie für das Lernen während des Unterrichts. Kinder brauchen anregende Spiel- und Pausenplätze, um gemeinsam zu spielen, zu lernen, sich auszutauschen, sich auszutoben und zu erholen. Das Konzept der naturnahen Spiel- und Pausenplätze hat sich gut bewährt: Die Spiel- und Pausenplätze werden häufiger und kreativer genutzt. Die motorische und kognitive Entwicklung der Kinder wird gefördert und die Sensibilisierung für die Natur wird voll ausgeschöpft.

Der naturnahe Spiel- und Pausenplatz kann während der Pausen, im Unterricht, während der betreuten Zeiten und in der Freizeit von Kindern – auch mit ihren Eltern – intensiv genutzt werden. Konzepte des Lehrplans 21, wie draussen unterrichten oder bewegter Unterricht, werden unterstützt. Nicht zuletzt gibt es spannende Erfahrungen im Bereich der partizipativen Lebensraumgestaltung an Schulen.

Gemeinschaftsprojekt für die Unterstützung von Schweizer Schulen

2020 hat sich die Roger Federer Foundation mit den Expertenorganisationen RADIX Schweizerische Gesundheitsstiftung, der Stiftung Naturama Aargau und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammengeschlossen, um den Ansatz der naturnahen Spiel- und Pausenplätze an Schweizer Schulen zu verbreiten. Die Roger Federer Foundation wirkt im Hintergrund als Sponsor: «Roger Federer war nicht vor Ort, aber uns wurde eine Videobotschaft für die Kinder übermittelt, die wir bei der Eröffnung abgespielt haben», sagt der Schulleiter.

Auf vielen Pausenplätzen in der Schweiz gibt es immer noch unattraktive technische Spielgeräte in eintönigen Umgebungen. Zudem erfordert der Lehrplan 21 stimulierende Aussenräume für das Unterrichten im Freien und der Umweltbildung. Es werden 9250 Kinder mit 1050 Lehr- und Betreuungspersonen von den neuen Spielräumen profitieren.

Fachliche und finanzielle

 

Unterstützung

«Die Neu- bzw. Umgestaltung eines Spiel- und Pausenplatzes in eine naturnahe Schulumgebung war ein spannender Planungsprozess, der viele neue Erfahrungen, aber auch Herausforderungen mit sich brachte», so Schwarz. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrerkollegium haben den Projektverlauf entscheidend mitbestimmt.

Für die bauliche Umsetzung des Aussenraumes standen 44000 Franken zur Verfügung. Die Schule Spreitenbach profitierte auch von teils substanziellen materiellen und personellen Ressourcen der Gemeinde, des Forstreviers Heitersberg sowie von der kooperativen Umsetzung des Projekts durch die Firma Smart Garden.(Liwe)