Killwangen
11.05.2022

Erstes Tramm rollt testweise

Das Depot der Limmattalbahn im Gebiet «Müsli»: Der Standort hat sich anfangs gegen 20 andere Standorte und am Schluss gegen das Spreitenbacher Gebiet Asp durchgesetzt. Dort wären aufwändige Altlastensanierungen notwendig gewesen.Melanie Bär
Im Inneren: Dank Optimierung und Vergabeerfolg wurde der Gesamtkredit für den Bau des Depots um 8 Mio. Franken unterschritten und liegt bei 32 Mio. Franken.bär

Das Depot der Limmattalbahn im Gebiet «Müsli»: Der Standort hat sich anfangs gegen 20 andere Standorte und am Schluss gegen das Spreitenbacher Gebiet Asp durchgesetzt. Dort wären aufwändige Altlastensanierungen notwendig gewesen.Melanie Bär

Das Depot der Limmattalbahn im Gebiet «Müsli»: Der Standort hat sich anfangs gegen 20 andere Standorte und am Schluss gegen das Spreitenbacher Gebiet Asp durchgesetzt. Dort wären aufwändige Altlastensanierungen notwendig gewesen.Melanie Bär
Im Inneren: Dank Optimierung und Vergabeerfolg wurde der Gesamtkredit für den Bau des Depots um 8 Mio. Franken unterschritten und liegt bei 32 Mio. Franken.bär

Im Inneren: Dank Optimierung und Vergabeerfolg wurde der Gesamtkredit für den Bau des Depots um 8 Mio. Franken unterschritten und liegt bei 32 Mio. Franken.bär

Das Tramdepot der Limmattalbahn im Dietiker Gebiet «Müsli» ist fertig. Statt der budgetierten 40 hat es nur 32 Mio. Franken gekostet. Ab Dezember sollen die Fahrzeuge darin gereinigt, instand gehalten und gelagert werden.

Von: Melanie Bär

«Heute können wir einen weiteren Meilenstein feiern und das Depot zeitgerecht übergeben», sagte Daniel Issler, Geschäftsführer und Gesamtprojektleiter Limmattalbahn AG, vor einer Woche zu Gemeindepräsidenten, Projektverantwortlichen und Medien. Die 3450 Quadratmeter grosse Halle ist bezugsbereit und das erste Tram fährt testweise bereits auf der Strecke der Bremgarten-Dietikon-Bahn. Am 11. Dezember gilt es dann ernst: Bis dahin sollen auch die restlichen sieben Tram bereitstehen.

Sie zu beschaffen, war gemäss Severin Rangosch, CEO der Aargauer Verkehr AG (AVA), gar nicht so einfach: «Trams kann man nicht wie Autos in einem Katalog aussuchen und bestellen.» Trotzdem habe er nicht damit gerechnet, dass diese Beschaffung sein grösstes Problem werde, sondern die Rekrutierung von Lokführern. Während es beim Personal nun aber sogar Wartelisten gebe, führe der Rohstoffmangel aufgrund von Covid und Krieg zu Verzögerungen bei der Tramherstellung. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die acht Fahrzeuge bei der Inbetriebnahme der Limmattalbahn bereitstehen.

Das Depot bietet sogar Platz für gesamthaft 14 Trams. «Denn irgendwann gibt es vielleicht doch noch eine Verlängerung bis Baden.» Um diese Möglichkeit offenzulassen, wurde die Anlage für 14 Fahrzeuge konzipiert.

Ab Juli fahren erste Trams testweise zwischen Schlieren und Killwangen

Vorerst konzentriert sich die AVA jedoch auf die Strecke zwischen Altstetten und Killwangen. Zurzeit werden bei den Haltestellen noch letzte Arbeiten wie das Anbringen von Bänken oder Abfalleimern vorgenommen. Gleise und Fahrleitungen hingegen sind bereits parat, sodass ab Juli Testfahrten gemacht werden können. «Damit wir noch reagieren können und im Dezember dann wirklich alles einwandfrei funktioniert», sagt Michelle Badertscher, Regionalleiterin Infrastruktur Ost. Die ersten drei Kilometer Fahrstrecke indessen haben den Test schon bestanden. Seit September 2019 verkehren auf dem Teilstück zwischen Altstetten und Schlieren die Trams der Verkehrsbetriebe Zürich. Ab Dezember kommen dann die Trams der Limmattalbahn dazu. Sie werden an 27 Haltestellen in Zürich und im Aargau Halt haben.

Aussen dunkel, innen hell

«Es ist ein faszinierender Betriebsbau und auch von aussen sieht er schön aus», sagte Spreitenbachs Gemeindepräsident Markus Mötteli (Mitte) nach der Besichtigung. Solche Rückmeldungen freuen den Architekten Jürg Senn, der mit dem Resultat ebenfalls zufrieden ist. «Auf einer grünen Wiese zu bauen, ist eine Ausnahme», sagt er. Weil das Gebäude exponiert und von allen Seiten sichtbar sei, habe man besonders darauf geschaut, «dass es eine gute Falle macht». Auch die 145 Meter Gebäudelänge seien aussergewöhnlich. «Aussen dunkel, innen hell, sodass es in die Landschaft passt. Wie eine schwarze Kiste, die etwas Geheimnisvolles hat.» Mit ökologischen Gestaltungsmassnahmen, beispielsweise Magerwiesen oder Sandbänken für Insekten, einer Wasserwiederaufbereitungs- und Photovoltaik-Anlage, will man dem Umweltgedanken Rechnung tragen. Auch die verloren gegangene Fruchtfolgefläche werde so kompensiert.