Killwangen
18.11.2020

Unfall beim Pétanquespielen: Hätte ein Zaun geholfen?

Auf dem Pétanqueplatz in Killwangen kam es zum Unfall. Der Platz soll mit einem Zaun vom roten Platz abgetrennt werden. Melanie Bär

Auf dem Pétanqueplatz in Killwangen kam es zum Unfall. Der Platz soll mit einem Zaun vom roten Platz abgetrennt werden. Melanie Bär

In Killwangen wurde am vergangenen Donnerstag ein Pétanquespieler von einem Fussball getroffen. Er stürzte und musste ins Spital eingeliefert werden. Nun macht sich Unmut über einen fehlenden Zaun breit.

Von: Rahel Bühler

Am vergangenen Donnerstag kam es auf dem Schulhausareal in Killwangen zu einem Unfall: Ein Mitglied des Vereins Pétanque-Freunde Killwangen wurde von einem Fussball getroffen. Er stürzte und stoss sich den Kopf. Daraufhin wurde er mit der Ambulanz ins Kantonsspital Aarau gefahren. Auch die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal war vor Ort. Repol-Chef Roland Jenni bestätigt den Einsatz. Die Polizei habe die Meldung um 16.27 Uhr erhalten. Zehn Minuten später seien sie auf dem Areal in Killwangen gewesen.

Unter den Pétanquespielern war auch Marcel Greder. Der Killwangener ist Mitglied des Vereins. «Unser Kollege war bestimmt 10 Minuten bewusstlos. Im Spital hat man dann festgestellt, dass er keine Hirnblutung hat.»

Der Verein möchte den Zaun vor allem zum Schutz der Kinder

Der Pétanqueplatz des Vereins grenzt an den roten Platz des Schulhauses. Dort spielen Kinder oft Fussball. Gehen die Schüsse aufs Goal daneben, müssen die Kinder die Bälle auf den Pétanquefeldern einsammeln. «Wenn eine Kugel ein Kind trifft, kann das gefährlich sein und im Extremfall tödlich enden», sagt Greder. Deshalb möchte der Verein, dass der Gemeinderat zwischen dem roten Platz und den Pétanquefeldern einen Maschendrahtzaun errichtet. Dies vor allem zum Schutz der Kinder. Im Juni kontaktierte der Kassier des Vereins, Gunther Bank, die Gemeinde per Mail. Sie bestätigte, dass ein entsprechender Zaun installiert werden soll. Gemeinderat Hanspeter Schmid sagt, die Gespräche wegen eines Zauns seien im Zuge der Sanierung des roten Platzes aufgenommen worden. Ende Sommer, als der Platz fertig saniert war, hätten sich deshalb Vertreter von Gemeinde und Verein zu einer Besichtigung vor Ort getroffen und entschieden, besagten Zaun zu bauen. Daraufhin habe der Gemeinderat Offerten eingeholt und eine Firma damit beauftragt. Anfang Oktober erkundigte sich Bank erneut, weil noch nichts umgesetzt wurde. Der Zaun soll im November errichtet werden, hiess es daraufhin vonseiten der Gemeinde. Diese Informationen gehen aus E-Mails hervor, die der Limmatwelle vorliegen. Wegen Lieferungsproblemen verzögere sich allerdings die Errichtung. Der Zaun soll laut Schmid in der ersten Dezemberwoche installiert werden. Das hat die Gemeinde Anfang November auch dem Pétanqueverein per Mail mitgeteilt.

Greder ist der Meinung, der Gemeinderat hätte dieses Projekt mit höherer Priorität behandeln sollen. Er findet, die Gemeinde habe den Verein vertröstet. Schmid sagt, man habe den Zaun nicht früher realisieren können: «Bevor wir einen Zaun errichten, musste geklärt werden, ob der Verein seinen Platz vergrössern oder sich einen neuen Standort suchen will.» Erst, als alle Spielgeräte auf dem neuen Platz montiert waren und als klar war, dass der Verein an diesem Ort bleibt, habe die Umsetzung des Zauns Sinn gemacht.