Würenloser proben für Teufelsuhr

5 Berufsschauspieler, 18 Musiker und über 100 Laiendarsteller aus Würenlos – zusam- men sind sie die Besetzung der «Teufelsuhr».

Die Zigeunerin Santscha (Kuska Cáceres, M.) wird im Würenloser Theaterstück von Bauern umringt. Foto: sw
Die Zigeunerin Santscha (Kuska Cáceres, M.) wird im Würenloser Theaterstück von Bauern umringt. Foto: sw

Vergangenen Samstag probten sie im Mittleren Steinbruch für die Aufführung des Freilichttheaters im Spätsommer. Das Bühnenbild steht bereits.

«Hier mitzumachen, ist für mich eine Chance, zusammen mit der Bevölkerung im Dorf etwas auf die Beine zu stellen», begründet Irene Glarner ihre Mitwirkung als Laienschauspielerin. Sie spielt eine Würenloserin vor mittelalterlicher Kulisse der Klöster Fahr und Wettingen. Das von Silja Walter geschriebene Theaterstück führt den Zuschauer in die Zeit des 16. Jahrhunderts, als der Abt von Wettingen und Lehnherr von Würenlos die erste Uhr in den Turm der Alten Kirche einbauen liess. Die Zigeunerin Santscha kommt kurz darauf mit ihrem Gatten Kannatsch ins Dorf, verhext die Uhr und bringt damit die Glaubensspaltung der katholischen und reformierten Einwohner ins Wanken.

«Wir wollen gemeinsam eine Geschichte erzählen, die der Zuschauer versteht», erklärt Regisseur Jean Grädel seine Motivation für das Volkstheater. «Lebende Kleiderständer gibt es auf meiner Bühne nicht», fügt er mit Nachdruck hinzu.

Grädel will die Bilder von damals in die heutige Zeit übersetzen und damit «den Zuschauern einen vergnüglichen Abend servieren». Während der Probe zeigt sich die Dynamik der Inszenierung: Vor der eindrucksvollen Naturkulisse des Steinbruchs sind die Darsteller ständig in Bewegung. Sie rufen, singen, formieren sich zu Sprechchören. Laiendarstellerin Irene Glarner kennt dabei keine Berührungsängste mit den Profis, denn «sie beziehen uns alle mit ein». Unter den Laien befinden sich auch Kinder: «Hier mitzumachen ist ziemlich lustig», findet Tim Ledermann aus Würenlos. Der Elfjährige freut sich über seine kleine Sprechrolle, auch wenn er noch nicht weiss, wie es ist, vor grossem Publikum zu stehen. Die gedeckte Tribüne im Steinbruch ist für bis zu 400 Gäste ausgelegt, insgesamt neun Aufführungen sind von Ende August bis Anfang September geplant. Für Urs Gebistorf, Vorstandsmitglied der organisierenden Theatergemeinschaft Würenlos, ist nach eigenen Worten: «alles klar zum Aufbruch».

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