Nein zum Kunstrasen

Mit 83 Stimmen Unterschied scheiterte der Kunstrasenkredit am Sonntag an der Urne. Die Befürworter sind enttäuscht.
1234 Stimmbeteiligte sprachen sich für den Kredit von 3,84 Millionen Franken aus, 1317 dagegen. Damit ist der Neubau eines Kunstrasenplatzes beim Tägerhard vom Tisch. «Das knappe Resultat zeigt, dass wir nicht weit entfernt sind. Aktuell aber leider wieder viel weiter als auch schon», schreibt der Sportverein (SV) Würenlos auf seiner Website. An der Gemeindeversammlung im Juni wurde dem Kredit nämlich noch mit 263 Ja- zu 70 Nein-Stimmen zugestimmt. Daraufhin bildeten vier Personen ein Komitee und ergriffen gegen den Beschluss das Referendum. Sie begründeten das gegenüber der «Limmatwelle»: «Das Referendumskomitee sagt Ja zu guten Sportanlagen, aber Nein zu 3,84 Millionen Franken für den Kunstrasenplatz Tägerhard.»
Gegenüber dem «Badener Tagblatt» (BT) zeigte sich Olivier Ruppen vom Referendumskomitee nach der Abstimmung am Sonntag überrascht vom knappen Ausgang. Nach der intensiven Werbung des Sportvereins habe er nicht mit einem Nein gerechnet. Er begrüsse, dass rund 2500 Personen über das Millionen-Franken-Projekt entschieden hätten und nicht wie an der Gemeindeversammlung deren 330. Sport sei gerade für Kinder wichtig, knapp vier Millionen Franken für eine einzelne Nutzergruppe seien aber zu viel. Angesichts weiterer Projekte müsse Würenlos sorgfältig mit seinen Finanzen umgehen. Zugleich betonte Ruppen gegenüber dem BT die Wichtigkeit von Sport für Kinder und Jugendliche: «Sport ist das Nonplusultra für Jungs und Mädels.»
Grosse Enttäuschung beim Sportverein Würenlos
Enttäuscht über den Abstimmungsausgang zeigte sich der SV. «Für uns als Verein ist das ein herber Rückschlag und stellt die ganze Vereinsentwicklung infrage», schreibt Daniel Zehnder im Namen des SV Würenlos. Es stelle sich nun die Frage, ob der Verein die Juniorinnen- und Juniorenabteilungen weiterhin aktiv fördern solle oder einschränken müsse. Das grosse Engagement aller Trainerinnen und Trainer werde nicht oder zu wenig geschätzt. «Der Steuerfuss ist offenbar wichtiger, das verstehen wir ehrlicherweise nicht, und das tut auch etwas weh», so Zehnder.
Wie der Verein weiter vorgeht, will er nach ein paar Tagen Abstand diskutieren. Zehnder zeigt sich persönlich enttäuscht, dass es dem Verein nicht gelang, mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit seinen Argumenten zu überzeugen. «Vielleicht hätten wir früher versuchen müssen, alle Sportvereine, und dabei insbesondere den Turnverein, einzubinden.»
Ländli als mögliche Alternative
Der SV sei gespannt, wie der Gemeinderat mit dem Thema weiter umgehe. Dieser hatte sich im Vorfeld gegen den Kredit ausgesprochen. Als Alternativstandort wurde das Gebiet Ländli genannt. Die Sport- und Planungskommission habe diese Möglichkeit schon vor acht Jahren analysiert, so Zehnder. Diese Möglichkeit sei jedoch auf wenig Interesse gestossen, was sich mittlerweile geändert haben solle. «Diese Ideen wurden uns bisher jedoch nicht kommuniziert», zeigt sich Zehnder enttäuscht und fügt an: «Ob diese Lösungen dann besser und kostengünstiger sein werden? Wir werden sehen.»
Etwas Erfreuliches teilt der SV am Montagabend dennoch mit: Er hat den Zuschlag für die Nutzung eines mobilen Kunstrasens erhalten, der als Pilotprojekt vom Kanton Aargau und vom Aargauer Fussballverband temporär zur Verfügung gestellt wird. Der Kunstrasen war zuvor auf dem Wettinger Schulareal Margeläcker angelegt worden. Wegen Vandalismus wurde er im Frühjahr entfernt.


