«Ohne Ziel würde ich nicht joggen»
Vom Wiedereinstieg bis zum Marathon: Wie ein Würenloser Lauftreff Menschen wieder in Bewegung bringt.
«Es freut mich, dass die allermeisten immer noch dabei sind», resümiert Christian Bärlocher. Seit einem Jahr organisiert er mit Pascal Schenk ein Lauftraining. 17 Läuferinnen und Läufer zwischen 35 und 60 Jahren nehmen regelmässig teil. Pro Abend ist etwa die Hälfte von ihnen anwesend. Die meisten sind Wiedereinsteiger. Das Laufen in der Gruppe motiviere sie, sich wieder regelmässig zu bewegen. Tempo und Distanzen werden flexibel an die Teilnehmer angepasst. Vier bis acht Kilometer werden gelaufen. Die Strecke wird immer wieder gewechselt.
«Die grösste Herausforderung war, nicht zu wissen, wie viele Personen teilnehmen. Mittlerweile hat sich das eingependelt», so Bärlocher. Er ist überzeugt: Bewegung wirkt nicht nur körperlich, sondern auch mental. Das Schönste für ihn ist, wenn ihm Teilnehmende nach dem Training rückmelden, dass sie sich wohlfühlen. «Leicht müde, aber nicht erschöpft.»
Rennen mit 60000 Teilnehmenden
Anders er selbst. Der ehemalige Handballer beim TV Endingen geht auch ans Limit. Heute fliegt Bärlocher nach Kapstadt, um dort am Pfingstsonntag seinen 8. Major zu laufen. Das Spezielle an diesen Marathonläufen ist, dass die 42 Kilometer in namhaften Städten stattfinden. Bärlocher hat schon mehrere davon absolviert. Für manche muss man sich qualifizieren, für andere genug schnell anmelden. «Für die 60000 Startplätze am London-Marathon gab es 1,1 Millionen Anmeldungen», so der 60-Jährige.
Für Marathonläufe hat Bärlocher einen bewährten Trainingsplan. Zehn Wochen vor dem Lauf steigert er die Laufdistanz bis auf 30 Kilometer. Drei Wochen vor dem Start reduziert er wieder. In der Woche vor dem Marathon macht er nur noch zwei lockere 5-Kilometer-Läufe. «In Kapstadt schaue ich mir den Zieleinlauf an und visualisiere meine Ankunft – das hilft auf den letzten Kilometern», sagt er. Zudem stärkt er Bauch- und Rückenmuskulatur beim Krafttraining im Fitnesscenter. «So erhöhe ich die Stabilität beim Rennen.»
Marathon als Motivation
Für Bärlocher ist es wichtig, ein Ziel zu haben. An grossen Marathons teilzunehmen, bezeichnet er als «Thrill». «Der Marathon ist das Ziel. Ohne Ziel würde ich wohl nicht mehr joggen. Ich hätte immer wieder Gründe, nicht joggen zu gehen», so Bärlocher. Wer einen Marathon rennen will, müsse vorher trainieren. Doch der Aufwand lohne sich: «Wenn du einer von 60000 Läufern bist, ist das schlicht unbeschreiblich – Adrenalin pur.» Nervosität gehöre dazu. «Ich bin dann schon froh, wenn der Startschuss fällt und wir auf der Strecke sind.»
Von seinen Erfahrungen profitieren auch die Würenloser Lauftreffteilnehmenden. Ebenso wie vom Triathleten Pascal Schenk, der den Treff zusammen mit Bärlocher leitet.
Lauftreff jeden Donnerstag, 18.30 Uhr, Treffpunkt Parkplatz Schwimmbad Wiemel, Infos: chris.baerlocher@bluewin.ch.






