Der passionierte Jodler geht in Pension

Bauamtsvorarbeiter Josef Laube wurde Ende September pensioniert. «Ich bin immer gern zur Arbeit gegangen», sagt er.
Während 23 Jahren arbeitete Josef Laube (65) als Vorarbeiter im Bauamt. «Mir war es immer wichtig, dass das Dorf sauber ist», erklärt er im Gespräch mit der «Limmatwelle». Der gelernte Landwirt aus Wislikofen im Studenland ist im Dorf bekannt. «Mich kennen die Leute. Ich kenne nicht alle, doch die meisten vom Sehen.» Zu seinen Arbeiten gehörten Dinge wie das Mähen, die Signalisationen, die Kanalisation, der Winterdienst, der Umgang mit Neophyten und umgeknickte Bäume. Es sei eine grosse Bandbreite gewesen, jeder Tag habe anders ausgesehen, so Laube. Vor dem Wechsel zur Gemeinde Würenlos im Jahr 2003, arbeitete er während 20 Jahren auf dem Bau. Ein Kollege hatte damals ein Tiefbaugeschäft eröffnet. Nach dieser langen Zeit wechselte er zu einem anderen Baugeschäft. Dort sei für ihn schnell klar gewesen, dass das nicht seine Stelle bis zur Pension werden würde, sagt er und schmunzelt. Da kam ihm, der mit seiner Familie seit 1999 in Wettingen wohnt, das Inserat der Gemeinde Würenlos gerade recht. «Die Bedingung war, dass man in der Nähe wohnt. Früher musste man als Bauamtsmitarbeiter in der Gemeinde wohnen, heute aber nicht mehr.» Mit Josef Laube umfasst das Team des Bauamts fünf Personen. Als Nachfolger ist Raffaele Squillacioti bereit. Er arbeitet bereits seit einigen Jahren im Bauamt.
Grösseres Dorf, mehr Arbeit
In all den Jahren sei das Dorf natürlich gewachsen, sodass für ihn und das Team mehr Arbeit angefallen sei. «Doch wir sind mit dem Maschinenpark gut ausgerüstet.» Besonders erfreulich sei für ihn und das Team gewesen, als der neue Werkhof 2020 habe bezogen werden können. Zum Arbeitsablauf auf dem Bauamt sagt Josef Laube: «Wir machen stets eine Wochenplanung, aber ob man diese einhalten kann, ist fraglich. Wenn Notfälle hereinkommen, muss man diese vorziehen.» Einschränkungen gab es auch während des heissen Sommers. «Es ging, wir schauten, dass wir nicht bei der grössten Hitze an der prallen Sonne arbeiteten. Wir konnten uns die Arbeit selbst einteilen.» Das sei das Schöne an dieser Arbeit: «Wir wurden nicht vom Büro ‹geplagt›, sie haben uns selbstständig arbeiten lassen. Aber die Arbeit muss gemacht werden, und wenn das Telefon im Büro klingelt, dann ist das nicht gut», so Josef Laube.
Josef Laube geht mit dem berühmten lachenden und weinenden Auge in Pension. «Es kommt mir schon komisch vor. Ich bin mit der Bevölkerung gut zurechtgekommen, wir haben ein gutes Team. Ich bin immer gern arbeiten gegangen, und das während 23 Jahren.»
Langweilig wird es dem Vater eines erwachsenen Sohnes aber nicht. Seit bald 50 Jahren singt er im Jodlerclub Studenland. Ausserdem ist er bei der Schützengesellschaft Mellstorf aktiv. Zu seinen Hobbys zählen Velo- und Töfffahren. Für das Foto setzt er sich in den Mitsubishi mit dem Wappen der Gemeinde Würenlos, so wie ihn die Leute in Würenlos kennen und für die er sogar für einen kurzen Schwatz anhielt.


