Busangebot kommt an

An der 4. Mobilitätskonferenz Teilraum Ost befürworteten die Anwesenden grösstenteils die vorgeschlagenen Massnahmen. Besonders der Ausbau der Bahnhöfe Wettingen und Turgi kommt gut an.

Diskussion: Die Teilnehmenden der Konferenz sitzen im Tägerhard-Saal. ihk

Seit 2022 wird am Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Baden und Umgebung geplant und gearbeitet. Die Zielsetzung: die Herausforderungen der Mobilität bis 2040 zu meistern. Dafür wurden sieben Ziele auserkoren: flächensparende Mobilität, Rahmenbedingungen Arbeits- und Bildungsverkehr, attraktiver und zukunftsfähiger Lebensraum, velogerechter Raum, Leistungsfähiges und vernetztes öV-System, stabile Erreichbarkeit für den Autoverkehr sowie Siedlungsentwicklung an gut erreichbaren Orten.

An der 4. Mobilitätskonferenz im Wettinger Tägerhard ging es darum, die vorgeschlagenen Massnahmen in den einzelnen Bereichen zu diskutieren. An diversen Tischen sassen Interessenvertreter – etwa von Pro Velo oder der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen – bunt gemischt. Zur Diskussion der verschiedenen Bereiche wechselten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an andere Tische. Auch Gemeinderäte wie Fred Hofer und Ammann Martin Uebelhart aus Neuenhof wie auch Gemeindeammann Roland Kuster aus Wettingen nahmen an der Diskussion teil.

Autoverkehr auf heutigem Level

Stephan Erne, Gesamtleiter Planung, erklärte, dass man in der Region viel hausgemachten, aber wenig Durchgangsverkehr habe. Wenn man nichts unternehmen würde, stiegen die Verkehrszahlen permanent an. Der Vorschlag: «Wir wollen den Autoverkehr auf dem heutigen Level beibehalten.» Der Mehrverkehr soll über den öffentlichen Verkehr und den Velo- und Fussverkehr abgefedert werden. Doch Stephan Erne weist auch darauf hin: «Wir können das Mobilitätsverhalten der Menschen nur bedingt steuern.» Lösungen für den öffentlichen Verkehr sehen die Verantwortlichen in einem starken Busangebot. Darüber hinaus sollen Spielräume und Tramkorridore gesichert werden. Ein wesentlicher Punkt des verstärkten Busangebots sind mehr Busse auf den Hauptkorridoren und vor allem die Verteilung der Bahnanschlüsse auf mehreren Bahnhöfen. Die Bahnhöfe Wettingen und Turgi sind dafür vorgesehen. Der Vorschlag bringt doppelt so viele Buskurse auf den Hauptachsen in Wettingen, 60 Prozent mehr Kurse in Neuenhof und 50 Prozent mehr Kurse in Richtung Killwangen. Zudem soll es 50 Prozent mehr Kurse auf der Strecke zwischen Wettingen und Baden über die Hochbrücke geben. Die sogenannte tangentiale Buslinie würde sich von Ehrendingen zum Bahnhof Wettingen erstrecken, eine zweite vom Zentrum Wettingen zum Meierhof Dättwil. Eine weitere vorgeschlagene Massnahme: die Bündelung der Busse zwischen dem Bahnhof Wettingen und dem Brückenkopf Ost auf der Seminarstrasse.

Neue Bushaltestelle unter Gleisen

Auch die Drehscheibe Bahnhof Wettingen soll aufgewertet werden mit einer neuen Bushaltestelle unter den Bahngleisen und einer direkteren Linienführung. Somit könnte das Verkehrsproblem an der Seminarstrasse gelöst werden.

In der Diskussion zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer positiv eingestellt gegenüber dem stark ausgebauten Busangebot. Was einigen fehlte: weiterführende Buslinien etwa von Turgi nach Niederweningen oder die Anbindung an Spreitenbach und Dättwil. Des Weitern soll die Abstimmung mit den SBB auf den Fernverkehr getätigt werden. Die Busse werden begrüsst, doch das Velo darf nicht vergessen werden.

Kosten sind ein wesentlicher Punkt

Was die viel diskutierten Zentrumsentlastungen für die Region Baden betrifft, sagt Carlo Degelo, Leiter Abteilung Verkehr des Departements Bau, Verkehr und Umwelt: «Die Mobilität soll bis 2040 und darüber hinaus zukunftsgerecht und nachhaltig gestaltet werden. Noch stehen zwei Varianten für die Strassennetzergänzungen zur Diskussion.» Ob eine Zentrumsentlastung für das Zentrum Baden (ZEL kurz) oder die lange Variante mit der Ortsdurchfahrt Obersiggenthal überhaupt Teil des regionalen Massnahmenfächers sei, sei im Moment noch offen. Ein Entscheid dazu wird Ende Jahr gefällt. «Ein wesentlicher Punkt für die Diskussion Ende Jahr werden auch die Kosten sein und wie das Ganze finanziert wird», erklärt Carlo Degelo.

Auf die Frage, ob die Bevölkerung in Punkto Mobilität umerzogen werden muss, sagt er: «Nein, jede Person kann für sich selber entscheiden, wie sie 2040 unterwegs sein will. Die Rahmenbedingungen werden sich bis 2040 aber ändern, Distanzen von fünf bis zehn Kilometern sind ideal mit dem Velo. Viele Fahrten innerhalb der engeren Region sind weniger als fünf Kilometer lang.» Die Velorouten würden attraktiver, Radwege und Radstreifen breiter, eine stetige Fahrt mit möglichst wenig Halten ist das Ziel. «Es sind viele kleine Massnahmen, die schnell sichtbar werden.»

Online-Partizipation ab Montag, 24. Juni, bis Sonntag, 14. Juli.

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