25.03.2020

Das umgebaute Gemeindehaus wird dem alten ähneln

So soll das Gemeindehaus demnächst aussehen. Neu sind etwa die Fenster anstelle der Garagentore. Visualisierung: zVg

So sieht das Gemeindehaus im aktuellen Zustand aus. Rahel Bühler

So soll das Gemeindehaus demnächst aussehen. Neu sind etwa die Fenster anstelle der Garagentore. Visualisierung: zVg

So soll das Gemeindehaus demnächst aussehen. Neu sind etwa die Fenster anstelle der Garagentore. Visualisierung: zVg

So sieht das Gemeindehaus im aktuellen Zustand aus. Rahel Bühler

Im Dezember hat der Souverän dem neuen Gemeindehaus zugestimmt. Im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen.

Von: Rahel Bühler

Im Tägerhard in Würenlos entsteht derzeit der neue Werkhof der Gemeinde (die Limmatwelle berichtete). Voraussichtlich Ende April werden das Bauamt und die Technischen Betriebe Würenlos (TBW) ihre angestammten Plätze im Gemeindehaus verlassen und in den neuen Werkhof umziehen. Damit wird im Gemeindehaus viel Platz frei. Was tun mit so viel ungenutzter Fläche? Umbauen und umnutzen lautet Würenlos’ Lösung dafür. 

Im vergangenen Jahr hat die Bauverwaltung, zusammen mit einem Architekten, die Umbaupläne entwickelt. 2017 hat der Architekt eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. «Wir haben uns mit den Abteilungsleitern zusammengesetzt und sie gefragt: Wo ist Platzbedarf? Welche Ideen sind realisierbar?», sagt der Würenloser Bauverwalter, Markus Roth. Im Juli 2018 lag die Studie vor. Das Ergebnis war klar: Die Bauverwaltung und die Gemeindekanzlei, mit ihren Abteilungen Einwohnerdienste und Jugend- und Familienberatung, brauchen mehr Platz. 
Im Dezember hat das Würenloser Stimmvolk sein Okay gegeben: Von den 210 Anwesenden lehnen nur 21 den Verpflichtungskredit über 1,9 Millionen Franken ab. In diesem Kredit ist auch der Betrag für die Dachsanierung enthalten. «Das Schieferdach stammt aus dem Jahr 1957 und ist stellenweise undicht», erklärt die stellvertretende Bauverwalterin, Andrea Hofbauer. «Wir müssen es mittlerweile jedes Jahr flicken.»

Das Gemeindehaus gehört zum schützenswerten Inventar

Der Schweizer Architekt Ernst Gisel hat das Gemeindehaus 1957 erbaut. Deshalb gehört es heute zu den schützenswerten Bausubstanzen von Würenlos. Aus diesem Grund müsse auch der markante Charakter der Baute möglichst bewahrt werden, heisst es im Traktandenbericht der Wintergmeind 2019. Seit den 50er-Jahren wurde das Gemeindehaus nur einmal aus- und umgebaut: 1989 und 1990.
Das Gemeindehaus besteht seit jeher aus einem Nord- und einem Südtrakt. Es wird daher in zwei Schritten umgebaut. Der erste Teil erfolgt heuer, der zweite 2021. 
Derzeit arbeitet der Architekt das Baugesuch aus. Voraussichtlich soll es von Ende März bis Ende April öffentlich aufliegen. Gehen Einwendungen ein, müssen diese zuerst abgehandelt werden. Gehen keine ein, beginnen die Bauarbeiten für den ersten Teil Anfang Mai. Zuerst zieht die Finanz- und Steuerverwaltung um. Derzeit befindet sie sich im ersten Stock des Südteils. Während zwei bis drei Wochen wird sie in den ehemaligen Büros der TBW untergebracht. In dieser Zeit werden die Dachfenster in der Finanz- und Steuerverwaltung ausgetauscht. Wenn sie wieder in ihre ursprünglichen Räume wechselt, bezieht die Bauverwaltung die ehemaligen Büros der TBW. Dann wird das Erdgeschoss umgebaut: Die Garage, die derzeit noch das Bauamt nutzt, wird bürotauglich gemacht: «Die Böden werden ausgetauscht und isoliert. Auch die Wände und die Decke werden gedämmt», sagt Hofbauer. Auf der Fläche der ehemaligen Garage entstehen die Büros für Roth und Hofbauer, ein Büro für einen weiteren Mitarbeiter und mehr Archivfläche. Auf der bestehenden Fläche der Bauverwaltung gibt es neben dem bisherigen Sitzungszimmer ein zusätzliches. «Bis jetzt hatten wir im ganzen Gemeindehaus nur ein einziges Sitzungszimmer», erklärt Roth. Zudem erhält das Bausekretariat einen neuen Arbeitsplatz.

Äusserlich werden Passanten vor allem diese Änderung wahrnehmen: Dort, wo jetzt drei Tore den Eingang zur Garage darstellen, entstehen neu drei Fenster. In der Grösse bleiben sie gleich. Damit es aber trotzdem einen Sichtschutz für die zukünftigen Büros gibt, werden horizontale Holzlamellen angebracht. 
Gleichzeitig wird das Dach saniert. «Es wird an die neuen Energiegesetze angepasst», so Hofbauer. Zudem werden die Dachfenster ersetzt und die Flachdachlukarnen saniert. Mit einem Unterdach wird laut Traktandenbericht die Wärmedämmung verbessert und garantiert, dass kein Wasser ins Gebäude eintreten kann.
Sind die Büros für die Bauverwaltung erweitert, zieht sie wieder zurück. Dann folgt 2021 der Umbau der Ex-TBW-Räume. Diese werden die Jugend- und Familienberatung und die Einwohnerdienste beziehen. Zudem gibt es ein neues Büro für die Finanzverwaltung und ein zusätzliches Sitzungszimmer.