Würenlos
07.11.2019

20 Massnahmen gegen den Verkehr

Würenlos will seine Siedlung und den Verkehr abstimmen. Dafür plant die Gemeinde unter anderem Tempo-30-Zonen.

Rahel Bühler

Würenlos wächst. 7300 Einwohner sollen im Jahr 2035 in der Gemeinde wohnen. Per Ende 2018 waren es 6500. Das bringt ein grösseres Verkehraufkommen mit sich. Deshalb geht die Gemeinde seit anderthalb Jahren über die Bücher. Im März 2018 hat die dafür gebildete Arbeitsgruppe ihre Tätigkeit aufgenommen. Sie ist eine der Gruppen, die für die Revision des Zonenplans gebildet wurden. Ihre Aufgabe ist es, einen kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) zu erstellen. «Der KGV ist ein Planungsinstrument. Er gibt den Weg vor, den die Gemeinde punkto Verkehr und Siedlungsentwicklung gehen will», erklärt Bauverwalter Markus Roth.

Bereits das 2016 entwickelte Leitbild thematisierte den Verkehr in Würenlos. «Der Verkehr soll in gestalteten Strassenräumen ruhig fliessen», heisst es dort zu diesem Thema. Die darin festgehaltenen Ziele dienen nun als Vorgabe für den KGV.

Die Arbeitsgruppe stellte in den vergangenen anderthalb Jahren zehn Kernthemen fest. Etwa die Überlastung der Hauptstrassen, den Schleichverkehr durch das Buechquartier oder das öffentliche Parkieren. «Die Stärken von Würenlos liegen in der guten regionalen Verkehrsanbindung für den motorisierten Individualverkehr. Zu Verkehrsspitzenzeiten ist dieser Segen auch ein Fluch, weil dann Ausweichverkehr durch Würenlos fahren will», heisst es im dazugehörenden Bericht.

Aus besagten zehn Kernthemen hat die Arbeitsgruppe neun Ziele erarbeitet: «Innerhalb des Siedlungsgebietes fliesst der Verkehr mit einem angemessenen Geschwindigkeitsniveau», lautet eines davon. Oder: «Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sind mit Fuss- und Veloverkehr direkt, nah, hindernisfrei und sicher zu erreichen. Velos können witterungsgeschützt abgestellt werden.»

Diese Ziele sollen mit 20 Massnahmen umgesetzt werden. So soll beispielsweise westlich des Bahnhofs eine Bahnquerung für den Fuss- und Veloverkehr gebaut werden. Zudem sollen sowohl die Schulstrasse (an den kritischen Stellen) als auch die Landstrasse im Zentrumsbereich in Tempo-30-Zonen umgewandelt werden. Eine weitere Massnahme ist die Erweiterung des Ortsbusses, da er zu Spitzenzeiten ausgelastet ist. Er soll häufiger fahren.

Zudem soll eine neue Bushaltestelle im Gebiet Steinhof an der Landstrasse entstehen. Dies, weil dort stark gebaut wird. «Die Erschliessung durch die Buslinie Nummer eins Richtung Baden ist ungenügend», steht im Bericht. Ein anderes Ziel sieht ein Parkierungsreglement vor.

Umgesetzt wurden die Ziele noch nicht. Sie sind alle mit Zeithorizonten versehen. «Sofort», «kurzfristig» oder «mittel- bis langfristig» heisst es etwa.

Im Januar reichte der Gemeinderat diesen neuen kommunalen Gesamtplan Verkehr beim Kanton zur Vorprüfung ein. Sowohl die Kernthemen als auch die Ziele sind Bestandteile des KGVs. Im März fand ein Workshop statt. Dort diskutierten 80 Würenloserinnen und Würenloser über die zukünftige Verkehrsentwicklung in ihrer Gemeinde. Im Juni folgte schliesslich die Stellungnahme des Kantons. Im Anschluss an Workshop und Stellungnahme hat die Arbeitsgruppe den KGV «leicht überarbeitet», wie Roth erklärt.

Seit dem 18. Oktober läuft nun das Mitwirkungsverfahren. Es dauert noch bis 18. November. Während dieser Zeit können die Bürgerinnen und Bürger Bemerkungen und Vorschläge zum Bericht anbringen, also mitwirken. Einsprachen können jedoch nicht gemacht werden, da es sich um ein Mitwirkungs- und kein Einspracheverfahren handelt. Sämtliche Berichte und Pläne liegen auf der Bauverwaltung auf.

Die Arbeitsgruppe wird im Anschluss die Rückmeldungen aus der Bevölkerung überprüfen und einen Mitwirkungsbericht verfassen. Dieser wird dann vom Gemeinderat geprüft und beschlossen und in einem weiteren Schritt durch den Kanton genehmigt. Ab dann ist der KGV für Kanton und Gemeinde verbindlich. Das Ziel ist es, dass der kommunale Gesamtplan Verkehr in zwei Jahren gültig ist. Die Umsetzung der darin enthaltenen Massnahmen dauert länger.