Würenlos
09.10.2019

Es hat zehn Einsprachen gegen das geplante Alterszentrum gegeben

So soll das Alterszentrum dereinst aussehen. Das Siegerprojekt heisst Margerite. zVg/Archiv

So soll das Alterszentrum dereinst aussehen. Das Siegerprojekt heisst Margerite. zVg/Archiv

Seit 50 Jahren ist in Würenlos ein Alterszentrum geplant. Noch nie war die Planung so weit fortgeschritten wie jetzt. Es gibt aber auch etwas Gegenwind.

Rahel Bühler

Vom 16. August bis 16. September lag das Vorentscheidungsgesuch zum Alterszentrum öffentlich auf. Die Bauherrin, die Alterszentrum Würenlos AG, ging bereits im Vorfeld von Einsprachen aus. «Keine zu erwarten, wäre blauäugig», liess sich Gemeindeammann Anton Möckel damals in der Limmatwelle zitieren. Er sollte recht behalten: «Es hat zehn Einwendungen gegeben», bestätigt Bauverwalter Markus Roth. Es weht dem Projekt also auch etwas Wind entgegen. Die Bevölkerung scheint das Vorhaben genau unter die Lupe genommen zu haben.

Wer die Einsprecher sind, dazu kann Roth keine Aussage machen. Auch Möckel, der zudem Präsident der Aktiengesellschaft ist, nicht. «Wir befinden uns in einem laufenden Verfahren. Dazu können wir keine Stellung nehmen», erklärt er.

Kurzer Rückblick: Seit 50 Jahren ist in Würenlos ein Alterszentrum geplant. Es wurden verschiedene Anläufe genommen. Noch nie war die Planung so weit fortgeschritten wie jetzt. Ende Januar stellten die Verantwortlichen das Siegerprojekt vor. Es ist «Margerite» von den Zürcher Architekten Fiechter & Salzmann. Am 16. August hat die Bauherrin das Vorentscheidungsgesuch eingereicht. Es ist kein Baugesuch. Mit dem Vorentscheidungsgesuch wird lediglich geprüft, ob auf der Zentrumswiese gebaut werden kann. Verschiedene Pläne zur Aussenansicht wurden dazu eingereicht.

Das Gesuch selbst ist in sieben Fragen eingeteilt. «Sind die aus den Unterlagen ersichtlichen maximalen Gebäudehöhen bewilligungsfähig?», heisst es. Oder: «Ist die in den Unterlagen ausgewiesene Anzahl Parkfelder für die vorgesehenen Nutzungen angemessen?». Die Bauverwaltung wird diese Fragen baurechtlich prüfen.

Auch zum Inhalt der Einsprachen kann die Gemeinde keine Details nennen. Nur so viel: «Es gab Einwendungen zu allen Fragen», erläutert Roth. Möckel führt weiter aus: «Es ist nicht irgendwas speziell schlecht gemacht. Die Einwender haben meist partikulare Interessen hervorgebracht.» Thematisiert wurden etwa Erschliessung, Abstände, Höhen. Der Gemeindeammann betont: «Einsprachen sind Teil des Verfahrens. Die Bevölkerung soll sich mit dem Projekt auseinandersetzen und Fragen stellen.» Einsprachen können auch positiv sein.

Wie lange die Bearbeitung der eingegangenen Einsprachen dauern wird, ist unklar. Das weitere Vorgehen indes schon: Die Bauherrin kann Stellung zu den Einwendungen nehmen. Möglicherweise werden Einigungsverhandlungen durchgeführt. Der Gemeinderat wird über die Einwendungen beraten. Das heisst, der Rat entscheidet, ob das Gesuch angenommen oder abgelehnt wird.

Es wird allerdings nicht der gesamte Würenloser Gemeinderat darüber entscheiden: Anton Möckel und Markus Hugi sind Teil des Verwaltungsrats der Alterszenturm Würenlos AG. Möckel: «Wir werden deshalb an den Verhandlungen nicht teilnehmen. Und beim Entscheid des Gemeinderats werden wir in den Ausstand treten.» Ob der Fahrplan aufgrund der Einsprachen nun aus der Spur gerät, ist ebenfalls noch nicht klar. «Wir halten am Plan fest. Sind uns aber bewusst, dass es eventuell länger geht», so Möckel. Im November will die Bauherrin den Betreiber für das Alterszentrum vorstellen. Dann will sie das Baugesuch mit der Detailplanung einreichen. Es stellt die zweite Etappe des Planungsverfahrens dar. Der Baubeginn ist für Herbst 2020 geplant. Ende 2022 sollen die 40 Wohnungen und die 40 Pflegewohnungen bezogen werden können.