Würenlos
08.05.2019

Die Badibeiz ist für Deborah und Eric Schmeddeshagen eine Herzensangelegenheit

Deborah und Eric Schmeddeshagen <em>freuen sich in ihrer Badibeiz auf die neue Aufgabe.Melanie Bär</em>

Deborah und Eric Schmeddeshagen freuen sich in ihrer Badibeiz auf die neue Aufgabe.Melanie Bär

Sie sind die neuen Pächter, die ab Samstag die Beiz im Würenloser Gartenbad führen werden.

Melanie Bär

Vor zehn Tagen in der Badibeiz in Würenlos: Noch ist es still, die Tische und Gestelle sind leer. Auch Gäste hat es noch keine. Einzig Deborah und Eric Schmeddeshagen stehen hinter der Theke und programmieren die Kasse. Kurz nach zwölf kommen die beiden Badmeister vorbei und wünschen «en Guete». Denn auch Essen gibt es noch keines in der Badibeiz. «Kaffee ist das Einzige, das wir schon anbieten können», sagt Deborah Schmeddeshagen und zeigt auf die beiden Industriemaschinen.

Ab übermorgen wird sich das schlagartig ändern: Dann sind die Gestelle eingeräumt, das Buffet mit Getränken und Essen gefüllt und das neue Pächterpaar ist bereit für seine Gäste. «Wir freuen uns auf sie», sagt das Ehepaar.

Die 50-Jährige wird die Badibeiz führen und von ihrem Mann und Teilzeitangestellten unterstützt. Sie kehrt damit sozusagen zu ihrem Berufsanfang zurück. Sie hat im Wettinger Sport- und Erholungszentrum Tägerhard einst eine Lehre als Hotelfachassistentin absolviert. Dort stand sie zwar nicht in der Küche, aber hatte dennoch auch mit Badigästen zu tun.

Für Eric Schmeddeshagen hingegen ist die Gastrowelt berufliches Neuland. Nicht jedoch die Selbstständigkeit und die Arbeit mit Gastronomen. Als Inhaber eines Haushaltgerätegeschäfts lieferte er früher auch Geräte in Grossbetriebe.

Für die beiden ist die Badibeiz eine Herzensangelegenheit. «Ich wollte schon lange so etwas machen», sagt Deborah Schmeddeshagen und ihr Mann ergänzt: «Wir wollen einen Ort schaffen, wo sich die Würenloser treffen können.» So wie es bereits ihr Vor-Vorgänger getan habe, als die Badibeiz der Treffpunkt für die Würenloser gewesen sei. «Damals hat man sich am Abend zum Feierabendbier oder am Samstag vor dem Wochenendeinkauf getroffen.» Ein solcher Treffpunkt sei verloren gegangen. «Wir wollen das nun ändern», sagen die beiden.

Auch für Anlässe sind sie offen und wollen ihre Lokalität auch für Geburtstagsfeste, Brunch oder Neuzuzügerapéro zur Verfügung stellen. «Oder auch mal selber ein Jassturnier organisieren», sagt Deborah Schmeddeshagen. Sie haben eine Betriebsbewilligung bis um 22 Uhr.

Was das Essen betrifft, setzen sie auf typisches Badi-Essen wie Pommes, Burger, Sandwiche, Salate und Hot Dog. Wichtig ist den neuen Pächtern, dass die Qualität stimmt. Das Fleisch ist grösstenteils bio und kommt von regionalen Betrieben, die Getränke enthalten weniger Zucker als üblich. «Die Würste für den Hot Dog werden in der Badener Metzgerei Müller extra für uns produziert», sagt Eric Schmeddeshagen. «Uns ist klar, dass wir damit nicht das grosse Geld machen. Für uns ist es eine Herzensangelegenheit», sagt der 53-Jährige. Er wird sein Haushaltgerätegeschäft weiterführen und in der Badibeiz sogar eine Annahmestelle für die Reparatur von defekten Kaffeevollautomaten einrichten. Und seine Frau ist froh, wenn sie dank dem Job unter die Leute kommt. «Unser Sohn ist in der Lehre, was soll ich also daheim?», fragt sie. Angst vor kritischen Stimmen oder unüberwindbaren Differenzen, wegen denen ihr Vorgänger den Pachtvertrag nach nur einer Saison gekündigt hat, hat das Ehepaar nicht. «Wir arbeiten schon sehr lange selbstständig und können mit Kritik umgehen», sagen die beiden, stehen auf und machen sich an die Arbeit, damit übermorgen alles parat ist. Willkommen sind nicht nur Badi- gäste, sondern alle.