Würenlos
06.12.2017

Steinhof: Jetzt sind Ideen gefragt

Gestaltungsplan Steinhof der Architekten Thalmann und Steger aus Wettingen.Das Modell für die Überbauung Steinhof stösst auf Interesse.

Gestaltungsplan Steinhof der Architekten Thalmann und Steger aus Wettingen.

Das Modell für die Überbauung Steinhof stösst auf Interesse.

Meinungen sind gefragt: Das Mitwirkungsverfahren zum Steinhof läuft bis zum 18. Dezember.

Dieter Minder

«Hier ist eine grosse Entwicklung im Gange», kündigte Vizeammann Anton Möckel die Information über das Projekt Steinhof an. In der neuen Überbauung, hinter dem Hotel-Restaurant Steinhof, könnten einmal bis zu 250 Menschen wohnen. Wenn die daran anschliessende Überbauung Grund auch realisiert wird, kann sich diese Zahl verdoppeln. Einmal fertig, werden die Überbauungen Steinhof und Grund ein einheitliches Quartier bilden.

Vorerst geht es aber um die Gestaltung und Erschliessung des Areals Steinhof. Dazu läuft bis zum 18. Dezember das Mitwirkungsverfahren. Während dieser Zeit können zum Vorhaben schriftliche Eingaben an den Gemeinderat gemacht werden. Zudem bietet die Gemeinde, auf Voranmeldung, eine Sprechstunde mit den Planern an. Die Unterlagen zum Projekt können von der Homepage der Gemeinde heruntergeladen werden.

Das Projekt umfasst den 1884 erstellten Gasthof Steinhof, die danebenstehende baufällige Scheune und das dahinterliegende Bauland bis zur Zonengrenze. Der Steinhof wird als Restaurant saniert. «Kopfbau und Gartenwirtschaft bleiben erhalten, Saal und Hotel werden neu gebaut», sagt Architekt Martin Thalmann.

Voraussichtlich in der ersten Hälfte 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen. Die baufällige Scheune wird abgebrochen und durch ein volumengleiches Wohnhaus ersetzt. Auf dem Land hinter dem Steinhof sind 8 Mehrfamilienhäuser mit etwa 85 Wohnungen vorgesehen. Die neue Siedlung soll naturnah gestaltet werden, sagt Ingo Golz von den SKK Landschaftsarchitekten Wettingen.

Für die Fussgänger und Velofahrer sind je eine Längs- und Querachse über das Areal vorgesehen. Die öffentliche Querverbindung führt vom Bahnhof zur Hürdlistrasse und bietet damit eine neue Verbindung. Das Gehwegrecht erhält die Gemeinde von den Grundeigentümern kostenlos. Die Ein- und Ausfahrt zur unterirdischen Tiefgarage, an die alle Wohnhäuser angeschlossen sind, ist neben der Scheune geplant.

Wird die Gemeinde zu gross?

Am Informationsabend der Gemeinde erntete das Projekt mehrfaches Lob. Einige Besucher befürchten jedoch, dass die Gemeinde zu gross werde und später Bauland fehle. Der Gemeinderat teilt solche Bedenken. Er rechne mit einer Endgrösse von zirka 7000 Einwohnern, teilte Möckel mit. Damit die Gemeinde nicht zu stark wachse, bremse sie beim eigenen Bauland wie Gatterächer Ost.

Möckel sieht künftig keine Einzonungen mehr, was auch mit der kantonalen Politik zusammenhängt. Dafür würde die Innenentwicklung eine grosse Rolle spielen: «Es gibt in Würenlos einige gewachsene Quartiere mit geringer Wohnnutzung, das wird sicher ein Thema.»

Auf die Frage aus der Versammlung teilte Möckel mit, dass voraussichtlich bei der geplanten Überbauung Grund ein Kindergarten in die Planung aufgenommen werden soll. Bis dahin müssten die Kinder, wie heute schon, in den Kindergarten Gatter-ächer und Buech gehen.

Die Eingaben des Mitwirkungsverfahrens werden in einem Bericht zusammengefasst und fliessen in die weitere Planung ein. Voraussichtlich Mitte 2018 findet dann die öffentliche Auflage des Gestaltungsplanes und des Erschliessungsplanes statt. Erst wenn diese rechtskräftig sind, kann das Baugesuchsverfahren eingeleitet werden. Frühestens ab 2021 werden die Mehrfamilienhäuser bezugsbereit sein.