Würenlos
16.09.2020

Der Sportverein plant ein Clubhaus

So wird das neue Clubhaus des SV Würenlos im «Tägerhard» aussehen, wenn es fertig ist. Die Inbetriebnahme ist für März 2021 geplant.   Visualisierung: zVg

So wird das neue Clubhaus des SV Würenlos im «Tägerhard» aussehen, wenn es fertig ist. Die Inbetriebnahme ist für März 2021 geplant. Visualisierung: zVg

Das Pendeln zwischen den Garderoben im «Ländli» und dem Sportplatz im «Tägerhard» soll ein Ende haben. Gibt es keine Einsprachen, könnte der Bau im November beginnen.

Von: Rahel Bühler

Der Ausbau des neuen Würenloser Gewerbegebiets Tägerhard geht vielleicht schon bald in die nächste Runde: Der Sportverein Würenlos möchte dort sein neues Clubhaus mit Garderoben realisieren. Derzeit liegt das Baugesuch für den Garderobenteil öffentlich auf.

Neu ist die Idee nicht: Im Dezember 2015 stimmte die Würenloser Bevölkerung an der Gemeindeversammlung für den Bau eines neuen Sportplatzes im «Tägerhard». Der bisherige Platz im «Ländli» biete nicht genug Platz für alle Vereine, konstatierte Gemeinderat Nico Kunz zu diesem Zeitpunkt. Die Gemeinde liess den neuen Platz bauen. Jener im «Ländli» ist nach wie vor in Betrieb. Nach mehrjähriger Planungszeit und einer Verzögerung von etwa einem Jahr konnte die Gemeinde im Sommer 2018 den neuen Platz im «Tägerhard» schliesslich zur Nutzung freigeben. Seither benutzt ihn der SV Würenlos laut Präsident Edgar Gut. Garderoben gibt es noch nicht. «Schon damals mussten wir uns verpflichten, den Bau von Garderoben selbst zu finanzieren», sagt er. Also begab sich der Verein auf die Suche nach Geld. «Total kostet der Bau der Garderoben 800000 Franken. Mittlerweile haben wir 700000 Franken beisammen», so der Präsident. Die 700000 Franken setzen sich aus Geld von Sponsorenanlässen, einem Betrag vom Sporttoto und einem Darlehen der Gemeinde Würenlos zusammen. Letzteres müsse der Verein innerhalb von zehn Jahren wieder zurückzahlen, so Gut.

Als ein Grossteil der Finanzierung gesichert war, habe man im April das Garderobenvorhaben öffentlich ausgeschrieben. Im Juli habe sich der Vorstand für eines der eingereichten Projekte entschieden. An einer ausserordentlichen Generalversammlung hätten die Mitglieder das Projekt schliesslich ohne Gegenstimmen angenommen. «Wir versuchen, in den nächsten sechs Monaten den restlichen Betrag zusammenzubringen. Zum Beispiel durch Crowdfunding.»

Das Hin- und Herfahren sei ein grosser Aufwand

Der SV Würenlos umfasst derzeit 22 Mannschaften, 120 Aktive und 260 Junioren. Bisher nutzen die Fussballteams die bestehenden Garderobengebäude im «Ländli»: Dort ziehen sich die Mannschaften um. Dann fahren sie mit Velos oder Autos zum Sportplatz im «Tägerhard», tragen ihre Spiele oder Trainings aus. Im Anschluss duschen und ziehen sich die Mannschaften wieder im «Ländli», um. Das gilt auch für die gegnerischen Teams. «Es wäre schön, wenn wir nicht immer den Weg hin und her machen müssten», sagt Gut. Der Aufwand sei gross. Vor allem für die Junioren und deren Eltern.

Der Bau ist in zwei Phasen eingeteilt: In Phase eins soll ein einstöckiger, rechteckiger Holzbau mit vier Garderoben entstehen. Darin sollen auch Toiletten, ein Schiedsrichterraum und ein Materialraum gebaut werden. Es soll nördlich der Halle des Reitvereins Würenlos zu stehen kommen. Gibt es keine Einsprachen und der Verein erhält die Baubewilligung, kann mit dem Bau laut Gut Anfang November begonnen werden. Die Inbetriebnahme sei für den März 2021 geplant.

In einer zweiten Phase soll anschliessend an die Garderoben ein Clubhaus, also ein Restaurant mit Sitzplätzen, gebaut werden: «Im ‹Tägerhard› soll ja ein Begegnungsplatz entstehen. Unsere Idee ist es, Spielern, Zuschauern und Fussgängern einen Ort zu geben, wo sie sich verpflegen können», so der Präsident. «Damit diesem Gebiet noch etwas mehr Leben eingehaucht wird.»

 

Die Finanzierung dafür sei jedoch noch nicht gesichert und soll separat zum Garderobengebäude laufen. «Dazu brauchen wir bestimmt wieder zwei bis drei Jahre», ist er sich sicher. Ihm sei bewusst, dass sie mit der Sponsorensuche nicht in die beste Zeit fallen: «Viele Betriebe sind finanziell gebeutelt. Die Finanzierung wird nicht einfach werden.» Man hoffe aber, dass sich die Lage nächstes Jahr wieder etwas normalisiere, die Betriebe sich erholen und wieder etwas Geld für Sponsoring übrig haben. Man habe auch mit dem Verkauf von Banden begonnen. Dies für die Bezahlung des Stroms, des Wassers und der Reinigung der Garderoben, wenn sie denn gebaut sind.

 

 

Laut dem Präsidenten stösst der zwei Jahre alte Sportplatz bereits an seine Belastungsgrenzen. Neben dem SV Würenlos, der Fussball spielt, nutzen ihn auch der Turn- und der Rugbyverein. Deshalb sei in absehbarer Zeit auch der Bau eines weiteren Rasenplatzes geplant. Dieses Mal ein Kunstrasenfeld. «Unser Club wächst. Daher sind wir auf einen weiteren Platz dringend angewiesen.» Käme dieser mithilfe der Gemeinde zustande, bedürfte es zudem zweier weiterer Garderoben: «Das neue Garderobengebäude ist so konzipiert, dass es aufgestockt werden kann», so Gut. Er ist sich sicher, der SV Würenlos wäre bereit dafür.

Das Baugesuch liegt bis 4. Oktober auf der Bauverwaltung Würenlos auf.