47 Gäste kamen am Eröffnungstag

Das Wiemel ist seit einer Woche offen und war somit das erste Freibad in den Limmatwelle-Gemeinden, das öffnete. Der Einzeleintritt wurde um einen Franken erhöht. Der Preis der 12er-Abos und der Saisonkarten blieb unverändert.

Jasmine Baumann, eine der vier Frauen an der Kasse. bär

Jasmine Baumann, eine der vier Frauen an der Kasse. bär

Schwimmbecken ist nach der Entleerung und Reinigung gefüllt und seit einer Woche bereit zum Baden. Aufnahme 1.5.2024/Melanie Bär

Schwimmbecken ist nach der Entleerung und Reinigung gefüllt und seit einer Woche bereit zum Baden. Aufnahme 1.5.2024/Melanie Bär

«25 Grad» steht auf dem Schild, das vor acht Tagen beim Eingang des Freibads hing und die Wassertemperatur anzeigt. «Das stammt noch vom letzten offenen Tag im September», sagt Badmeister Simon Studer und lacht. Einen Tag vor Eröffnung ist das Wasser mit 12 Grad nicht mal halb so warm. Aber immerhin wärmer als noch vor zwei Wochen, als die Wassertemperatur bei 8 Grad lag.

Auch wenn bei der Saisoneröffnung am vergangenen Freitag noch kein einladendes Badiwetter herrschte, standen um 9 Uhr sechs Personen vor der Kasse. Sie gehören zu den etwas mehr als zehn Stammgästen, die fast bei jedem Wetter ihre Runden schwimmen. «Am Eröffnungstag haben 47 Gäste den Weg ins Freibad gefunden», so Studer.

Nun kommen die 6-Tage-Wochen

An heissen Tagen kommen bis zu 2000 Besucher ins Wiemel, wie das 1971 in Betrieb genommene Freibad der Gemeinde genannt wird. «Trotz schönem Wetter hatten wir letztes Jahr nie so viele Besucher», sagt Studer. Weil es oft schön war, verteilten sich die Besucher besser. Mit total 55200 Eintritten geht 2023 als drittbeste Saison nach dem Rekordjahr 2003 und dem Jahr 2022 in die Geschichte ein. «Für mich wäre es auch okay, wenn es dieses Jahr eine durchschnittliche Saison wird», sagt Studer, der seit acht Jahren im Wiemel arbeitet.

Als Badmeister ist er bei vollem Bad gefordert. «Bisher blieben wir vor Unfällen verschont und ich musste noch nie jemanden vor dem Ertrinken retten, auch wenn es schon brenzlige Situationen gab», sagt Studer, der einst Koch gelernt hatte. In Würenlos begann er als Stellvertreter des Badmeisters mit einem 60-Prozent-Pensum, arbeitete damals in den Wintermonaten zusätzlich im Gartenbau. Seit 2019 ist er der Betriebsleiter und arbeitet 90 Prozent. Unterstützung erhält er von Badmeister Roland Frei, der ebenfalls 90 Prozent arbeitet. Während der Saison von Mai bis September wechseln sie sich im Schichtbetrieb in einer 6-Tage-Woche ab und häufen so viele Überstunden an, die sie während der Wintermonate von November bis Februar kompensieren können. «Die strengste Zeit, den Monat April, haben wir schon hinter uns», sagt Studer. Viele Arbeiten sind abhängig von der Temperatur: Die Leitungen werden gespült, das Becken nach der Wasserentleerung gereinigt und jedes einzelne Teil wieder an seinen Standort gebracht. «Da ist man froh, wenn zeitlich alles aufgeht, wir es geschafft haben und alles läuft.» Dieses Jahr ohne Neuerungen oder negative Überraschungen, sondern mit den üblichen Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten.

Freuen sich auf gut gelaunte Gäste

Parat ist auch Jasmine Baumann. Zusammen mit drei weiteren Frauen ist die 30-Jährige für die Kasse zuständig. Es ist ihre zweite Saison im Wiemel. «Ich freue mich auf den Sommer, ich mag den Winter nämlich überhaupt nicht.» Die Würenloserin ist medizinische Praxisassistentin und arbeitet neben ihrem Badi-Job noch 60 Prozent in einer Praxis in Rütihof. «Ich habe gerne Abwechslung und freue mich auf den Kontakt mit all den Besuchern», begründet sie, warum sie sich vor zwei Jahren als Kassierin im Wiemel bewarb. Auch sie hat bereits im März mit den ersten Vorbereitungen begonnen. Sonnencreme, Wasserbälle und Taucherbrillen stehen schön geordnet in der Auslage, das Stempelkissen ist ausgewechselt und alles sauber gereinigt. «Die Gäste können kommen», sagt sie und lacht.

«Gutgelaunte Gäste» wünscht sich der Badmeister und fügt an: «Die Badi ist schliesslich ein Ort, wo man es gut haben will, und dazu gehört auch ein gewisser Anstand.» Jasmine Baumanns Rezept bei ungeduldigen oder unfreundlichen Badigästen: «Ich sagte ihnen: ‹Geniesst es doch, schliesslich habt ihr jetzt Freizeit.›»

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