Von Spazierstöcken über Poststempel bis zu Uhren
Sammler und Händler von Antiquitäten prägten am Wochenende das Bild im Sport- und Eventzentrum Tägerhard.
Wer am Wochenende den Eventsaal im Tägi betritt, taucht in eine Welt des Sammelns und Fachsimpelns ein. Händlerinnen und Händler aus der ganzen Schweiz, aus Deutschland und Frankreich präsentieren ihre sorgfältig arrangierten Antiquitäten, Schmuckstücke und kunsthandwerklichen Raritäten. Besucherinnen und Besucher beugen sich über die Auslagen, prüfen Details und lassen sich Hintergründe zu Herkunft und Geschichte der Objekte erklären.
Was besonders auffällt, ist das Fachwissen der Aussteller. So steht etwa Reto Rupf aus Binningen hinter seinem Stand und demonstriert Spazierstöcke mit raffinierten, teils versteckten Funktionen. Geduldig erklärt er Materialien, Mechaniken und die Geschichte einzelner Stücke. Das Interesse ist gross, viele lassen sich die Objekte ausführlich vorführen. Reto Rupf kauft die Spazierstöcke «auf der ganzen Welt» zusammen, restauriert sie und bringt sie wieder auf den Markt.
Seit 38 Jahren dabei
Zu den langjährigen Teilnehmern der Messe zählt Gustav Wegmann aus Unterengstringen. Der 79-Jährige ist seit 38 Jahren an der Antiquitäten- und Sammlermesse im Tägerhard dabei. Zu Hause besitzt er über 100 Sammlungen – von religiösen Objekten über Waffen und Kupferwaren bis hin zu seiner kleinsten Sammlung, den Fingerhüten. «Als Kind kaufte ich mir Auktionskataloge im Brockenhaus. So habe ich mich immer mehr und mehr für Antiquitäten interessiert.» Für Wegmann steht vor allem der Austausch mit Gleichgesinnten im Mittelpunkt.
Auch die Besucher bringen ihre eigenen Sammelleidenschaften mit. Peter Klingenfuss aus Aarau interessiert sich seit rund 50 Jahren für Poststempel. «Ich habe schon so gut wie jeden Stempel, den es gibt», sagt er schmunzelnd. Lotti Sieber aus Oberengstringen wiederum erwarb an der Messe einen Spielzeugkran. Sie betreibt in Oberengstringen ein eigenes Spielzeugmuseum mit Exponaten aus den 1920er- bis 1950er-Jahren. «Derzeit ist das Museum geschlossen, doch ich denke über eine Wiedereröffnung nach», sagt sie.
Organisiert wurde auch die 38. Antiquitäten- und Sammlermesse von Jakob Brand zusammen mit seiner Frau Dora. Rund 80 bis 90 Aussteller präsentierten ihre Sammlerstücke. Trotz des Schneegestöbers am Samstag fanden zahlreiche Interessierte den Weg in die Halle im Tägi.














