Schulraum geht in heisse Phase

Schule Margeläcker soll zum Oberstufenzentrum ausgebaut werden. Philippe  Neidhart
Schule Margeläcker soll zum Oberstufenzentrum ausgebaut werden. Philippe Neidhart

Im Margeläcker soll ein Oberstufenzentrum entstehen, um den steigenden Schulraumbedarf zu decken. Der Projektierungskredit über 8,5 Millionen Franken kommt am 5. März vor den Einwohnerrat.

Wettingen ist im Wachstum begriffen, rund 22000 Einwohnerinnen und Einwohner zählt die Gemeinde am heutigen Tag. Damit einher geht auch eine stetige Steigerung der Anzahl Schülerinnen und Schüler in der Gemeinde – und diese benötigen Raum. Um diesem Mehrbedarf rechtzeitig zu begegnen, lancierte die Gemeinde eine langfristige Schulraumstrategie bis ins Jahr 2040. «Das Margeläcker ist sowohl pädagogisch als auch räumlich das Herzstück», erklärte der neue Vizeammann und Vorsteher Ressort Bildung Christian Wassmer (Mitte) an einer Medienorientierung am vergangenen Montag. Das Projekt sieht vor, bis ins Jahr 2033/34 einen zentralen Ort für alle 54 Oberstufenklassen zu schaffen.

Flexible Raumstrukturen

Dafür wurde ein Studienauftrag ausgeschrieben, als Siegerprojekt konnte sich der Lösungsvorschlag der Badener Burkhard Meyer Architekten BSA durchsetzen. Geplant sind drei miteinander verbundene Gebäude mit separaten Pausenplätzen, zudem sollen die bestehende Primarschule erneuert und die Tagesstrukturen erweitert werden, um den wachsenden Betreuungsbedürfnissen Rechnung zu tragen. Ebenfalls vorgesehen ist eine Dreifachsporthalle, die auch von lokalen Vereinen genutzt werden kann.

Erarbeitet wurde das Projekt in einem gemeinschaftlichen Prozess unter Einbezug der Lehrpersonen, der Schulleitung sowie der politischen Fraktionen. Dabei sollte es vor allem eines sein: flexibel. «Die Schule ist in stetigem Wandel», so Wassmer, deshalb habe man sich für einen Skelettbau entschieden, der mit wenig Aufwand an sich verändernde räumlich-pädagogische Anforderungen anpassbar sei. Doch nicht nur im Inneren wäre der Bau flexibel, auch bestehe die Möglichkeit, alle drei Gebäude aufzustocken, falls das Bevölkerungswachstum grösser als angenommen sei, erklärt der Bildungsvorsteher.

Investition für die Zukunft

Bereits Mitte Januar informierte die Gemeinde im Tägi über die Masterplanung für den Schulraum Wettingen 2040 (die Limmatwelle berichtete). Das Projekt gliedert sich in vier Teile, die wie Puzzle-Stücke ineinandergreifen. Als Erstes soll dabei der Schulstandort Altenburg erweitert werden und zukünftig Platz für 18 Primarschulklassen bieten. Das Vorprojekt dafür ist bereits abgeschlossen und der Einwohnerrat wird im Dezember über den Baukredit beraten. Der zweite Teil ist die geplante Realisierung der Schullandschaft Margeläcker. In einem dritten Schritt würde das heutige Bezirksschulhaus und als letztes Puzzle-Teil die Schullandschaft Dorf als Primarschulzentrum umgenutzt werden.

Nun gilt es aber erstmals, den Einwohnerrat vom Projektierungskredit über 8,5 Millionen Franken zu überzeugen. Wird das Geschäft am 4. März vom Parlament angenommen, kommt es am 14. Juni zur Volksabstimmung. Dabei bildet der Kredit die Grundlage für die Ausarbeitung eines realisierbaren Bauprojekts: Dazu gehört neben den Terminvorstellungen und den wesentlichen Qualitätsmerkmalen auch der Budgetrahmen. Nach heutigen Schätzungen würde der Neu- und Umbau rund 140 Millionen Franken kosten, «diese Zahlen basieren lediglich auf Volumenangaben», ergänzt Wassmer, «mit dem Projektierungskredit gilt es Varianten zu prüfen und Optimierungen vorzunehmen.»

Angesprochen auf die bevorstehende Abstimmung zeigt sich der Vizeammann indes zuversichtlich: «Seit Beginn der Masterplanung im Jahr 2022 haben wir den Einwohnerrat immer auf dieser Reise mitgenommen – mit einer breit abgestützten Begleitkommission aller Fraktionen.» Und schliesslich trage die Schule enorm zur Standortattraktivität der Gemeinde bei – gerade von Neuzuzügern höre er oft, wie wichtig Bildungseinrichtungen für ihre Entscheidung sei: «Vom Kindergarten bis zur Kanti ist in Wettingen alles in Fussdistanz erreichbar.»

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