Roter Teppich für Hitachi-Deal

Die Firma Hitachi könnte sich mit einer Produktionsstätte in Wettingen ansiedeln. Sie prüft allerdings noch andere Standorte in der Schweiz.
Für die Information über die nächsten Schritte im möglichen Hitachi-Deal kam auch Regierungsrat Dieter Egli (SP) nach Wettingen. Er betonte die Wichtigkeit und die Chance für den Wirtschaftsstandort Aargau. «Das Unternehmen kam auf den Kanton zu. Und die Gespräche laufen schon länger. Diese Chance müssen wir packen.» Es wäre toll für den Wirtschaftsstandort Limmattal, meinte der Landammann weiter. «Hitachi wäre eine gute Erweiterung für den bereits bestehenden Cluster.»
Ins gleiche Horn blies auch der ehemalige Gemeindeammann Roland Kuster (Mitte). «Wir werden alles daransetzen, damit dies möglich wird und wir zu einem positiven Standortentscheid kommen.»
Ausbau der Produktion
Die Gespräche zwischen Gemeinde, Hitachi und Kanton laufen seit einiger Zeit. Das internationale Technologieunternehmen Hitachi prüft derzeit mehrere Standorte in der Schweiz für den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Für die Gemeinde Wettingen wäre die Ansiedelung im Gebiet Tägerhardächer lukrativ. Vor allem würden Steuergelder in Millionenhöhe fliessen, wenn Hitachi in Wettingen produzieren würde. Bei rund 3000 Arbeitsplätzen ist von 10 Mio. Franken die Rede.
Ortsbürger müssen entscheiden
Auf zwei Parzellen der Ortsbürger-gemeinde soll ein Campus für rund 400 Millionen Franken entstehen – sofern Wettingen den Zuschlag erhält. An der Versammlung vom 20. Januar entscheidet die Ortsbürgergemeinde über die Abgabe des Landes im Baurecht. Die Anhörung zur Anpassung des Richtplans für einen möglichen neuen Industriestandort soll am 23. Januar starten. Die Parzellen befinden sich aktuell in der Landwirtschaftszone. Für die neue Nutzung müsste sie in Industrieland eingezont werden.
Von der Neunutzung wäre auch die Tägerhard Kies AG betroffen. Als Basis für den Baurechtsvertrag müsste die sogenannte «bestehende Dienstbarkeit» der Tägerhard Kies AG aufgelöst werden. Nur noch auf der Parzelle Süd könnte vor dem Bau noch Kies abgebaut werden. Gemäss Roland Kuster muss zunächst dieser Vertrag gekündigt werden, ehe die Abstimmung über den Baurechtsvertrag und dessen Inhalt erfolgen kann.
Kritik wird laut
Kritisiert werden die Bemühungen der Gemeinde Wettingen unter anderem von Würenlos. Gemeindeammann Toni Möckel (parteilos) weist auf den Regionalen Sachplan Landschaftsspange Rüsler-Sulpberg» hin. den die Gemeinden Wettingen, Neuenhof, Würenlos und Killwangen 2012 beschlossen hatten. Dieser sollte den letzten grossen Grüngürtel im Limmattal langfristig vor Überbauung schützen. «Wir sind parat, um dies miteinander anzuschauen», sagt Toni Möckel auf Anfrage. Seiner Meinung nach könne Wettingen den Sachplan nicht ohne die anderen Gemeinden ändern. «Wir wollen schauen, was wir machen können.» Roland Kuster meinte an der Pressekonferenz dazu: «Wir wollen den Siedlungsgürtel nicht opfern, aber es gibt Möglichkeiten, den Sachplan anzupassen. Ausserdem sässe Wettingen mit den drei anderen Gemeinden bereits am Tisch, um darüber zu diskutieren.
Ein möglicher Baustart wäre ab Mitte 2027 auf der Parzelle Nord möglich. Die Bevölkerung wird am 29. Januar an einer Informationsveranstaltung informiert.


