Keine «Pflästerli» mehr?

Die Masterplanung für den Schulraum Wettingen 2040 wird nun umgesetzt. An der Informationsveranstaltung im Tägerhard am Montagabend informierte der Gemeinderat.
Viele Menschen drängten sich ins Tägerhard für die Information zum Schulraum Wettingen 2040. Nachdem die Bläserklasse Margeläcker ihr Können zum Besten gab, begrüsste Gemeindeammann Markus Haas (FDP) das Publikum. «Wir müssen in bestehende Standorte investieren und für kommende Generationen planen und bauen.»
Jlko Müller, Leiter Bau und Planung, stellte die vier Puzzleteile vor, die nacheinander ausgeführt werden müssen, um die Schulraumplanung 2040 zu einem Erfolg zu führen. So ist geplant, als Erstes die Schulanlage Altenburg zu erweitern. Künftig soll es hier 18 Primarschulklassen geben. Man rechnet mit vielen Kindern aus den Überbauungen Klosterbrühl und Bahnhofareal. Kostenpunkt: rund 14 Millionen Franken. Der Einwohnerrat berät am 10. Dezember 2026 über den Baukredit, die Volksabstimmung dazu findet am 28. Februar 2027 statt.
Das zweite Puzzleteil gilt der Realisierung der Schullandschaft Margeläcker auf der Zentrumswiese. Künftig sollen hier 12 Primarschulklassen und 47 Klassen der Oberstufe unterrichtet werden. Der Einwohnerrat berät in seiner Märzsitzung über den Projektierungskredit. Danach wird – so die Planung – die Bezirksschule zum neuen Primarschulstandort Zentrum umgewandelt. Und danach wird die Schullandschaft Dorf umgebaut.
Bezirksschulleiterin ist begeistert
Im Podiumsgespräch mit Akteuren aus Politik, Schule und Architektur, wurde klar, welche Visionen man verfolgt. Für Judith Zimmermann, Leiterin der Bezirksschule, ist das Vorhaben Schullandschaft Margel-äcker ein guter Plan. «Ich finde es unglaublich, was gemacht wurde.» Ihr Wunsch: die Arbeitsplatzqualität steigern, damit die Kinder profitieren können. Für Einwohnerrat Markus Zoller (Mitte) ist klar, dass man lange genug «gepflästerlet» und sich mit Provisorien beholfen habe. Und Grossrat Alain Burger (SP) meinte: «Schulen machen Gemeinden attraktiv – auch für Vereine. Es ist auch ein Kampf um Fachkräfte im Gang, denen muss man etwas bieten.»
Zirkus Knie kommt nicht mehr
Aus dem Publikum gab es Fragen zu den Tagesstrukturen, was mit dem Zirkus passiert, wenn die Wiese überbaut wird, oder weshalb es überhaupt mehr Schulraum brauche. Für den Zirkus gebe es bestimmt andere Möglichkeiten, befand Markus Zoller. Und Jlko Müller betonte, dass etwa der Zirkus Knie nicht mehr nach Wettingen kommen werde.
Ein Mann befand, man sollte über das Gesamtpaket abstimmen können. «Sonst könne es sein, dass ein Projekt gemacht wird und das nächste nicht bewilligt wird.» Vizeammann Christian Wassmer (Mitte) sagte dazu: «Das sind rund 200 Millionen Franken. Dass es schon mal eine Abstimmung über eine Vision gab, daran kann ich mich nicht erinnern.» Und zur finanziellen Beteiligung der Nachbarsgemeinden Würenlos und Neuenhof sagte er: «Die Abgeltung läuft über das Schuldgeld. Und ich möchte nicht mit Würenlos ein Schulhaus bauen, das uns ein Bein stellen will.» Damit meinte er den geplanten Hitachi-Deal. «Dann müsste auch die Gemeindeversammlung Würenlos über den Bau abstimmen», sagte er.


