Kantischüler Jorge an Olympiade

In Hanoi fand die Internationale Astronomie-Olympiade statt. 312 Jugendliche aus 64 Ländern nahmen teil, darunter der Wettinger Kantischüler Jorge Bertran de Lis Orozco.
Vom 25. September bis 5. Oktober wurde in Hanoi, Vietnam, die Internationale Astronomie-Olympiade durchgeführt. 312 Jugendliche aus 64 Ländern analysierten schwarze Löcher und blickten durchs Teleskop, heisst es in der Medienmitteilung von Wissenschaftsolympiade Universität Bern. Zwei junge Talente aus dem Schweizer Team wurden mit Bronze ausgezeichnet: Pranavendra Reddy Tammireddy vom Gymnase de Burier VD und Laetitia Orglmeister von der Kantonalen Mittelschule Uri. Der 18-jährige Jorge Bertran de Lis Orozco von der Kantonsschule Wettingen war erstmals dabei. Ebenso im Team vertreten waren Mikhail Dudko vom Berner Gymnasium Lerbermatt und Kai Spirk von der Kantonsschule Zug.
Teamleistung zählte
Die Schweizer Astronomie-Olympiade wurde erst vor zwei Jahren von engagierten Studierenden gegründet. «Wir sind extrem stolz auf unser Team, alle haben unsere Erwartungen übertroffen», sagt Teamleiter und Astrophysikstudent Elouan Massatsch. «Es war gar nicht so klar, dass es zwei Bronzemedaillen geben würde», sagt auch Jorge Bertran de Lis Orozco. Er selbst hat zwar keine Medaille gewonnen, dennoch war die Teamleistung ausschlaggebend für den Erfolg.
In Hanoi mussten sich die Jugendlichen vier Prüfungen unterziehen: einer theoretischen in Astrophysik, einer in Datenanalyse, in der man viele Daten verarbeiten musste, einer praktischen, in der man mit dem Teleskop arbeitete und den Planeten Saturn beobachten und die Neigung seiner Ringe schätzen musste. Zum Programm gehörte ausserdem eine Planetariumprüfung. «Hier mussten wir Sternbilder und Sterne auswendig können», erzählt der Kantischüler. «Wir machten alle einzeln die Prüfung. Doch für das Land zählen die Resultate aller im Team.» Für die Teilnahme an der Olympiade musste sich Jorge Bertran de Lis Orozco schweizweit qualifizeren. Die erste Runde fand online statt, danach wurden die besten 30 nach Bern ans Finale eingeladen, wo die besten fünf auserkoren wurden.
«Ich war sehr erfreut, vor allem wenn man bedenkt, dass viele gute andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei sind und die Konkurrenz stark ist.» Was interessiert ihn an der Astronomie? «Es hat als Kind angefangen. Lang hatte ich nie die Möglichkeit, mich damit zu befassen. In der Schule wird dieses Fach ja nicht gefördert. Durch die Olympiade hatte ich erstmals die Möglichkeit, mich richtig damit auseinanderzusetzen.» Die gesamte Vorstellung der Sterne fasziniert Jorge Betran de Lis Orozco, ebenso interessiert ihn die Physik allgemein.
Jorge Betran de Lis Orozco hofft, dass er nochmals an der Astronomie-Olympiade teilnehmen kann. «Ich hoffe sehr, dass diese Erfahrung nicht einmalig war. Ich möchte mich im nächsten Jahr erneut dafür qualifizeren.» Ob er auch Physik studerien möchte, weiss der Kantischüler noch nicht. Aber interessieren würde es ihn sehr.


