Hightech-Firma möchte hier bauen

Ein internationales Indus­trieunternehmen möchte in Wettingen einen Firmencampus ab 2030 betreiben. Die zwei Landparzellen gehören den Ortsbürgern.

Blick auf die beiden Parzellen, unten links bei der Autobahn und östlich vom Tägi gelegen. Swisstopo

Gemeindeammann Roland Kuster (Mitte) sprach von einer grossen Chance für Wettingen, gar einem Befreiungsschlag für die finanzielle Situation, wenn das Projekt zustande käme. Auf zwei Landparzellen der Ortsbürgerinnen und Ortsbürger östlich des «Tägi» neben dem Kiesabbaugebiet sollen am potenziellen neuen Hauptsitz der Firma – der Name darf gemäss Gemeinde nicht genannt werden – bis 2040 rund 3000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt werden. In zwei Etappen soll eine Fläche von gesamthaft 100000 Quadratmetern zur Verfügung gestellt werden.

Baurechtsvertrag wird angestrebt

Bevor allerdings Bagger auffahren können, müssen einige Hürden genommen werden: «Die Parzellen gehören den Ortsbürgern, es braucht ein Ja.» An der ausserordentlichen Ortsbürgergemeindeversammlung vom 22. April wird darüber abgestimmt. Das Land soll im Baurecht abgegeben werden. Die Ortsbürger wären demnach Vermieter, die Gemeinde Mieterin der Parzellen. Solche Verträge werden für mindestens 30, aber höchstens 100 Jahre abgeschlossen. «Wir wollen mindestens 75 Jahre einsetzen, doch das ist noch in Verhandlung», so Roland Kuster. Aktuell sind die Parzellen Landwirtschaftsland. Um die Flächen in eine Arbeitszone «Tägerhardächer» umzuwandeln, müssten der kantonale Richtplan, der regionale Sachplan Sulperg-Rüsler und die kommunale Nutzungsplanung angepasst werden.

Separate Teilrevision wäre nötig

Momentan ist die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung im Gange. Da dieser Prozess und die Planungsarbeiten zu weit fortgeschritten seien, könne das neue Projekt nicht mehr miteinbezogen werden. «Für die Errichtung einer Arbeitszone muss somit eine separate Teilrevision angestossen werden», heisst es in der Medienmitteilung.

Für die zusätzlichen 3000 Arbeitnehmenden muss auch an den Pendlerverkehr gedacht werden. EineS-Bahn-Haltestelle ist im Gesamtverkehrskonzept Raum Baden und Umgebung eingeplant. «In diesem Zusammenhang sollte diese Haltestelle realisiert werden», so der Gemeindeammann. Für Wettingen würde sich die Ansiedelung des Hightech-Unternehmens auch finanziell lohnen: Die Gemeinde könnte von möglichen Unternehmenssteuererträgen im zweistelligen Millionenbereich jährlich profitieren.

Weitere Artikel zu «Wettingen», die sie interessieren könnten

Vor dem Bus Linie Null: (l.) Künstler Frank Riklin, Markus Haas, Gemeindeammann Wettingen, Irina Leutwyler, Direktorin RVBW, Markus Schneider, Stadtammann Baden, und Künstler Patrik Riklin.  Irene Hung-König
Wettingen29.04.2026

Ein Bus ohne Fahrziel

Die Linie Null verkehrt ab heute zum ersten Mal. Das Kunstprojekt soll die Begegnung im Alltag fördern.

Die Linie Null auf dem Netz der Regionalen…

Interessierte informieren sich über die geplante   Entwicklung im Tägerhard. Valentin Hehli
Wettingen29.04.2026

Das Thema Verkehr bereitet Sorgen

Wettingen passt die Allgemeine Nutzungsplanung für den Campus von Hitachi Energy an. Was darin alles bereits festgelegt wird und wann die Firma endlich den…

Tausende Holzklötzchen sind für Türme verwendet worden. Irene Hung-König
Wettingen22.04.2026

Zusammen die Welt gebaut

Im reformierten Kirchgemeindehaus bauten 53 Kinder an ihrer HolzBauWelt. Entstanden sind beeindruckende Kunstwerke aus über 80000 Holzklötzchen.

War das ein…