Erfinderinnen gesucht

Weil Freiwillige fehlen, ist das «Erfinderatelier» seit den Sommerferien geschlossen. Doch ganz aufgeben will die Gemeinde noch nicht.
Fünf Jahre lang trafen sich einmal pro Monat Kinder im «Erfinderatelier». Im Haus am Lindenplatz standen den 1.- bis 4.-Klässlern diverse Materialien und Fachpersonen zur Verfügung, sodass sie sich kreativ betätigen konnten. Weil die Gründerinnen einen Generationenwechsel wünschten, suchte Nina Crameri von der Fachstelle Gesellschaft eine Nachfolgelösung. Bisher vergebens. Erfolglos war sie trotzdem nicht.
«Wir würden das Erfinderatelier weiterführen, wenn noch mindestens eine weitere Person mithilft», sagen Andrea Schenkel und Hikaru Bhend. Die beiden Frauen haben sich am Lindenplatz getroffen und erklären ihre Beweggründe.
Kreativität und Integration
«Ich war schon immer kreativ und möchte die Kreativität gerne auch bei Kindern fördern. Besonders wenn sie daheim keinen Ort haben, sie auszuleben», begründet Schenkel. Die 39-Jährige lebt seit 13 Jahren in Wettingen und hat selbst Kinder im Schulalter. Anders Hikaru Bhend. Die 34-Jährige zog 2017 der Liebe wegen von Japan in die Schweiz und möchte sich stärker in Wettingen integrieren. «Kultur und Sprache sind mir sehr wichtig und durch dieses Engagement könnte ich mich weiterentwickeln», begründet sie, warum sie sich ehrenamtlich engagieren will. Finden sie mindestens eine weitere Person, die mithilft, wollen sie das Erfinderatelier spätestens nach den Sommerferien wieder anbieten.
Ersatz für gestrichene Schullektion
Das restliche Material ihrer vier Vorgängerinnen steht fein säuberlich verstaut in einem Kasten im Estrich. Sie hatten das Atelier seinerzeit als Nachfolgeprojekt von «Little Wettige» auf dem Rebhaldenspielplatz ins Leben gerufen. «Es war auch ein Ersatz für die gestrichenen Lektionen ‹Freies Gestalten› an den Primarschulen. Die Idee war, ein möglichst niederschwelliges und für alle bezahlbares kreatives Freizeitangebot zu schaffen», sagt Claudia Berchtold, die das Projekt mit Barbara Winzer, Monica Peterhans und Natalie Kreimel geleitet hatte. Und zwar mit Erfolg: Zwischen 10 und 20 Kinder nahmen jeweils am Freitagnachmittag teil.
Nina Crameri hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, eine oder mehrere Freiwillige zu finden, damit das Erfinderatelier wieder öffnen kann. Doch sie weiss, wie schwierig die Suche nach Freiwilligen ist. «Viele melden sich bei uns mit Ideen für Angebote. Freiwillige zu finden, die dann mithelfen, wird hingegen immer schwieriger.» Das habe wohl damit zu tun, dass viele erwerbstätig sind und Senioren sich nicht regelmässig verpflichten wollen, vermutet sie.
Freiwillige können sich auf der Fachstelle Gesellschaft der Gemeinde Wettingen unter Tel. 056 437 72 08 melden.


