Dieser Bub setzt alle schachmatt

Aryan Anand ist erst neuen Jahre alt und schon Schweizer Schachmeister in seiner Alterkategorie.

Aryan Anand ist erst neun und spielt bereits Schach wie ein Grosser. Sandra Ardizzone
Aryan Anand ist erst neun und spielt bereits Schach wie ein Grosser. Sandra Ardizzone

Schüchtern sitzt der Neunjährige auf dem Sofa. Sein Blick ist nach unten gerichtet. In den Händen hält er fest umklammert eine überdimensionale Schachfigur: Es ist der Pokal der Schweizer Schachmeisterschaft für unter Zehnjährige. Aryan Anand hat sich Anfang Juli auf den ersten Platz gespielt. «Es war gar nicht so schwer», sagt Aryan und lächelt verschmitzt. Der Viertklässler ist ein Schachtalent.

Bereits zieren Pokale und Medaillen Aryans Kinderzimmer. Dabei hat der Junge erst vor rund zwei Jahren mit dem Strategiespiel begonnen. Seither ist Schach seine grosse Leidenschaft. Seine Eltern unterstützen das junge Talent, wie es nur geht. «In den letzten Monaten waren wir fast jedes Wochenende an einem Schachturnier», sagt Aryans Vater, Anand Nagasayanam.

Vor sechs Jahren ist die Familie aus England in die Schweiz gezogen. Aryans Eltern sind beide Ingenieure und stammen ursprünglich aus Indien. Während der Vater mit dem Jungen Schach übt, ist die Mutter für die moralische Unterstützung zuständig. «Ich spiele nur ein bisschen Schach», so seine Mutter Reshma Ramachandran. Bei der viertägigen Schweizer Meisterschaft war sie nur am letzten Tag vor Ort. «Das ist mir zu intensiv, da werde ich nur nervös», sagt sie und lacht. Doch Aryan hat sich gut geschlagen: Er sei die ganze Zeit ruhig geblieben. «Ich glaube, durch das Schachspielen hat Aryan viel Selbstvertrauen gewonnen», sagt sein Vater Nagasayanam stolz. Bald überhole der Junge auch ihn im Schach. Damit Aryan nicht zu übermütig wird, nimmt ihn sein Vater auch immer an offene Schachturniere mit. Dort muss das junge Talent gegen ältere und bessere Spieler antreten. Denn Aryan müsse ab und zu verlieren, damit er besser werde. «Wir mussten lernen: Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg», sagt Aryans Mutter.

Jeden Tag übt Aryan: Zwei bis drei Stunden am Tag spielt der Junge online Schach. «Die Schule darf natürlich nicht darunter leiden», sagt Nagasayanam. Doch Aryan schreibt in fast allen Fächern gute Noten. «Mein Lieblingsfach ist Mathematik», so Aryan. Er lächelt verlegen und rutscht auf dem Sofa hin und her. Schnell wird klar, er würde lieber vor dem hölzernen Brett mit den quadratischen Feldern sitzen. Denn bereits drei Tage nach der Meisterschaft hat der Junge wieder geübt. «Die nächste Station sind die Europameisterschaften im September», sagt sein Vater. Keine Zeit fürs Kindsein in den Sommerferien? «Doch, Aryan soll wieder mehr Fussball spielen und andere Sportarten betreiben.» Der Junge blickt seinen Vater ernst an: «Aber ich will auch Schach spielen.»

Mit seinen Freunden spielt das Schachtalent dann doch lieber Fussball. Schliesslich ist er im Schach der Beste. «Aber jetzt gibt es in unserer Schule Schachkurse», so Aryan. Dabei erhält der Junge viel Unterstützung von seiner Schule. Muss er freinehmen für ein Turnier, sei das nie ein Problem. Plötzlich erhebt sich der Junge, stellt den Pokal zur Seite: «Jetzt muss ich noch etwas Schach üben.»

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