Gemeinderat senkt Löhne

Nach politischen Vorstössen kürzt der Gemeinderat seine eigenen Löhne um 17000 Franken. An einer Pressekonferenz informierte er zudem über eine Grossinvestition im Entwässerungssystem.

Der Wettinger Gemeinderat setzt ein Zeichen und kürzt die eigenen Löhne. zVg
Der Wettinger Gemeinderat setzt ein Zeichen und kürzt die eigenen Löhne. zVg

Heute verdient der Gemeindeammann jährlich 237400 Franken, der Vizeammann 57600 Franken und die Gemeinderäte je 48500 Franken. Mehrere Einwohnerräte forderten in Vorstössen eine Reduktion. Geht es nach ihrem Willen, soll der Lohn des Gemeindeammanns die 200000-er-Grenze nicht überschreiten. Im April unterstützten aufpetitio.ch knapp 300 Personen ebenfalls eine Lohnkürzung, die in die gleiche Richtung ging.

Eine ganz so starke Lohnkürzung will der Gemeinderat zwar nicht vollziehen. Trotzdem setzt er nach seiner Überprüfung ein Zeichen und senkt die Löhne um gesamthaft 17331 Franken pro Jahr. Der Vergleich mit ähnlich einwohnerstarken Ortschaften wie Aarau und Baden zeige zwar, dass «wir keinen Bedarf haben, eine Korrektur zu machen», resümierte Vizeammann und Ressortvorsteher Finanzen und Steuern Markus Maibach (SP).

Vergleicht man die Vollzeitstellen der Verwaltung pro 100 Einwohner, steht Wettingen sogar sehr schlank da: 0,83 sind es in Wettingen, 1,63 in Baden und 1,9 in Aarau. Als Folge könne in Wettingen bei einem Ausfall eines Abteilungsleiters nicht einfach nach unten delegiert werden. «Dann übernehmen wir die entsprechenden Aufgaben», sagt Gemeindeammann Roland Kuster (CVP).

Neben dem vergleichsweise hohen operativen Engagement des Gemeinderats kämen auch neue Tätigkeiten hinzu. Als Beispiel nennt Maibach die Abschaffung der Schulpflege. «Damit erhält der Gemeinderat neue Aufgaben, wie die strategische und finanzielle Führung. Für uns ist das allerdings kein Argument für eine Lohnerhöhung. Trotzdem muss das Niveau attraktiv sein, wir müssen Anreize für eine hohe Leistungsbereitschaft setzen, es gibt keinen Grund für eine Abkehr von der bisherigen Logik.»

Zusätzlich zu den Lohnkürzungen schlägt der Gemeinderat vor, das generelle Ruhegehalt des Gemeindeammanns zu kürzen. Er soll neu nur noch bei einer Abwahl ein halbes Jahr Lohn beziehen können. Auch will er auf eine automatische Lohnanpassung gemäss Personalreglement der Gemeinde verzichten. Der Einwohnerrat wird an seiner Mai-Sitzungen über die Änderungen im Reglement befinden, in dem die Gehälter geregelt sind.

Sanierung des Pumpwerks Aesch und von drei Regenbecken

«Es handelt sich um klassische Substanzerhaltung und um die Modernisierung der Anlagen», erklärte Gemeinderätin Kirsten Ernst (SP) bei der Präsentation des Kreditantrags und fügte an: «Wir müssen dies dringendst an die Hand nehmen.»

Beim 57-jährigen und somit ältesten Regenbecken an der Tödistrasse sei der Beton bereits stark angegriffen. Es wurde im Jahr 2000 saniert «und ist eines der grössten Regenbecken im Kanton Aargau». Bei starken Regenfällen stellen die Becken ein regulierendes und gewässerschonendes Ableiten des verschmutzten Abwassers sicher.

Mit der Sanierung wird gleichzeitig modernisiert, damit die Anlagen der neuen Gesetzgebung des Grundwasserschutzes und der Arbeitssicherheit entsprechen. Künftig können die Sonderbauwerke zentral von der Abwasserreinigungsanlage Turgi gesteuert werden. Die Anlagen sollen danach 50 Jahre lang funktionieren. Die Kosten werden durch die Eigenwirtschaftsbetriebe übernommen.

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