2019 wird der Strom teurer

Die Energiepreise sind gestiegen. Jetzt passt die Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen AG den Strompreis an.

Der Strompreis<em> steigt 2019. AZ Archiv</em>
Der Strompreis<em> steigt 2019. AZ Archiv</em>

Um fast 50 Prozent sind die Energiepreise seit der letzten Tarifanpassung gestiegen: Jetzt reagiert die Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen AG (EWW) und erhöht die Strompreise für 2019.

«Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 4500 kWh zahlt nächstes Jahr etwa 60 Franken mehr für den Strom», erklärt Geschäftsführer Peter Wiederkehr an der Presseorientierung vergangene Woche. Weil das EWW keine Schwankungsreserven hat, müsse der Marktentwicklung gefolgt werden und der Strompreis jedes Jahr angepasst werden.

Strom aus Schweizer Wasserkraft

Dabei setzt sich der Strompreis aus verschiedenen Komponenten zusammen: Netznutzung, Energie sowie Abgaben für die Förderung der erneuerbaren Energien, für Systemdienstleistungen und für Konzessionsabgaben.

«Im Vergleich mit anderen Energieversorgungsunternehmen verrechnen wir immer noch einen sehr günstigen Strompreis», sagt Wiederkehr. Dabei bietet das Wettinger Werk Strom aus 100 Prozent Schweizer Wasserkraft an.

Neu verrechnet das EWW zudem einen Business-Tarif ab einem jährlichen Stromverbrauch von 50000 kWh und nicht erst ab einem Stromverbrauch von 100000 kWh pro Jahr. «Diese Änderung betrifft vor allem kleinere und mittlere Gewerbe», so Wiederkehr.

Abo für den Strom lösen

Erst seit einem Jahr ist das EWW eine AG. Doch die neue Geschäftsform bewährt sich bereits: So können Synergien zwischen dem EWW und der Tägi AG genutzt werden. «Davon profitieren schlussendlich die Wettinger Einwohner», erklärt Gemeindeammann und Präsident des Verwaltungsrates Roland Kuster.

Auch kann die neue AG nun schneller auf die Veränderungen des Stormmarktes eingehen. «Wir steuern auf eine Individualisierung des Stromverbrauches zu», erklärt Kuster.

Ziel sei es, in einigen Jahren eine Art «Stromabos» zu verkaufen. «Der Kunde kann dann bestimmen, welche Stromart und wie viel Strom er wann beziehen will», so Kuster. Somit werde künftig laufend verrechnet, was verbraucht wird, analog der heutigen Telefonie.

Bald keine Hausbesuche mehr nötig

Bis es so weit ist, müssen aber erst das «Smart-Metering» und das «Smart-Grid» in der Gemeinde umgesetzt werden. Beim Smart-Metering handelt es sich um eine intelligente Stromzählung: Der Stromverbrauch muss nicht mehr vor Ort abgelesen werden, sondern kann über ein System vom EWW aus überprüft werden.

Bereits nächstes Jahr soll das System bei grossen Firmen in Wettingen umgesetzt werden. Bis das Smart-Metering auch in Privathaushalten Einzug nimmt, wird es aber noch ein paar Jahre dauern.

«Das ‹Smart-Grid› ist ein intelligentes Netz, das die Lastenverläufe in den Griff bekommt», erklärt Peter Wiederkehr. Denn seit immer mehr Strom von Photovoltaikanlagen ins System eingespeist wird, steht das Stromnetz vor neuen Herausforderungen.

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