Jetzt kann das Gemeindehaus geplant werden

Einwohnergemeinde sagt Ja zum abgespeckten Gemeindehaus und will das Hallenbad sanieren.

Ohne Dachgeschoss: Die neue Version des Gemeindehauses. (zVg)
Ohne Dachgeschoss: Die neue Version des Gemeindehauses. (zVg)

Rückweisungsanträge dominierten die Einwohnergemeindeversammlung in Spreitenbach vergangene Woche: Für vier Traktanden wurden Rückweisungsanträge gestellt.

So auch beim Projektierungskredit für ein günstigeres neues Gemeindehaus. Doch dieser wurde nicht angenommen. Stattdessen entschied sich die Einwohnergemeinde mit 78 zu 64 Stimmen knapp für den Projektierungskredit in Höhe von 725000 Franken des neuen Gemeindehauses.

Gemeindehaus: günstiger und schlanker 

Es war bereits der zweite Versuch des Gemeinderats: An der letzten Wintergmeind hat die Stimmbevölkerung die erste Version eines neuen Gemeindehauses klar zurückgewiesen. Begründung: zu teuer, zu gross.

Also hat sich der Gemeinderat noch einmal über die Bücher gesetzt und eine abgespeckte Version erarbeitet: Statt 18,4 Mio. Franken soll das neue Gemeindehaus nun 13,2 Mio. Franken kosten.

«Wir haben auf das Dachgeschoss und ein Foyer verzichtet und Warteräume eingespart», sagt Vizepräsident Markus Mötteli. Dabei hält der Gemeinderat nach wie vor an seiner Strategie fest: Die Gemeinde wächst und benötigt bald neuen Schulraum.

Deshalb soll das alte Gemeindehaus anschliessend zu einem Schulhaus umfunktioniert werden. «Das ist noch immer die kostengünstigste Lösung», so Mötteli.

Neues Gemeindehaus bleibt umstritten

Nicht alle Anwesenden waren mit diesem Plan einverstanden. Neue Räumlichkeiten für die Gemeindeverwaltung mieten, das sei die bessere und schnellere Lösung, hiess es aus den Reihen der Gegner.

«Und wäre es nicht sinnvoller, das alte Gemeindehaus abzureissen und ein kostengünstigeres Schulhaus neu zu bauen?», so SVP-Präsident Edgar Benz. Der neue Schulraum könne erst geplant werden, wenn ein neues Gemeindehaus gebaut werde, entgegnete Gemeindepräsident Valentin Schmid.

Doch die Gegner liessen nicht locker: Wieso ein neues Gemeindehaus, wenn das alte vergrössert werden könne?, so die Argumentation. «Wir haben diese Möglichkeit geprüft. Jedoch entspricht das alte Gemeindehaus nicht mehr den heutigen Sicherheitsansprüchen», sagt Schmid.

Schlussendlich konnte der Gemeinderat überzeugen: Der Projektierungskredit für das neue Gemeindehaus wurde von der Einwohnergemeinde angenommen. Wobei unter Verschiedenes ein zusätzlicher Antrag für den Neubau dazukam: Das neue Gemeindehaus solle mit einheimischen Pflanzen bepflanzt werden und der zuständige Landschaftsarchitekt Erfahrung auf diesem Gebiet ausweisen. Mit 99 zu 23 Stimmen hiessen die Anwesenden den Antrag gut.

Schwimmunterricht gerettet

Ein weiterer Rückweisungsantrag wurde für die Sanierung des Hallenbades gestellt: Es solle erst geklärt werden, ob die Credit Suisse das Hallenbad weiterhin finanziell unterstütze. Auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) unterstützt aufgrund der prekären Finanzlage der Gemeinde die Sanierung nicht.

«Ohne das Hallenbad kann die Schule keinen Schwimmunterricht mehr anbieten», sagt Markus Mötteli. Zwar sei dieser nicht zwingend vorgeschrieben im Schulgesetz, aber wünschenswert.

«Auch wird ein neues Betriebskonzept entworfen mit längeren Öffnungszeiten und neuen Angeboten», so Mötteli weiter. So lehnte die Einwohnergemeinde den Rückweisungsantrag ab und entschied sich mit 139 zu 11 Stimmen klar für die Sanierung des Hallenbads.

Der Kreditantrag von 570000 Franken für die Bau- und Nutzungsordnung Revision wurde ebenfalls zurückgewiesen: Es solle eine Kreditkürzung für das Zentrum Neumatt geben.

«Es wird später einen separaten Antrag zum Zentrum Neumatt geben», erklärte Valentin Schmid. So konnte auch dieser Rückweisungsantrag keine Stimmen finden. Stattdessen wurde der Kreditantrag mit 114 zu 21 Stimmen angenommen.

Der vierte und letzte Rückweisungsantrag galt dem Verzicht der Tempo-30-Zonen. Auch dieser wurde abgelehnt und das Traktandum angenommen.

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