Es gibt weniger Abfall seit der Einführung des Gebührensacks

Vor zwei Wochen mussten die Spreitenbacher ihren Abfall erstmals in Gebührensäcken entsorgen. Als Folge hat die Abfallmenge massiv abgenommen.

Auch in Spreitenbach müssen seit Oktober Gebührensäcke verwendet werden. Archiv
Auch in Spreitenbach müssen seit Oktober Gebührensäcke verwendet werden. Archiv

«Aktuell wird weniger als die Hälfte der Abfallmenge entsorgt als im Vorjahr zur gleichen Zeit», sagt Thomas Meier, Geschäftsleitungsmitglied der Obrist Transport + Recycling AG. Kurz vor Einführung der Sackgebühr Ende September musste die Firma hingegen Zusatzteams aufbieten, um die ganze Abfallmenge abtransportieren zu können.

Im Moment wird in Spreitenbach noch immer am Montag und Donnerstag Kehricht eingesammelt. «Wenn die Abfallmenge weiterhin so tief bleibt, ist es sicher sinnvoll, die Sammlung künftig von zwei Tagen auf einen Tag zu reduzieren», sagt Viktor Ott, Bereichsleiter Tiefbau und Entsorgung der Gemeinde Spreitenbach. Thomas Meier geht davon aus, dass sich die Menge des Kehrichts einpendeln wird: «Wir rechnen damit, dass die Menge beim abgeführten Kehricht etwa 40 Prozent kleiner wird als noch ohne die Sackgebühr.»

Generell zufrieden sind sowohl Meier als auch Ott mit der Disziplin der Bewohner. «Sie verwenden den neuen Kehrichtsack», so Meier. Allerdings gebe es ein paar neuralgische Punkte, wo noch normale Säcke hingestellt werden. «Vor allem an der Poststrasse und im Chrüzächer», bedauert Ott. Die Mitarbeiter des Werkhofs sind im Gespräch mit Verwaltern und Eigentümern. Liegen die Säcke auf öffentlichem Grund, sammeln sie die Abfälle auch selber ein und suchen darin nach Hinweisen auf die Besitzer. Sechs Verursacher konnten bis jetzt ermittelt werden, die Gemeinde wird Anzeige erstatten. Wer seinen Abfall unrechtsmässig entsorgt, muss mit einer Busse von bis zu 2000 Franken rechnen.

Ein Hauswart, der nicht namentlich genannt werden will, erzählt, dass bei ihnen im Container vor dem Mehrfamilienhaus im Oktober PET-Flaschen, Robidog- säckli und alte Kehrichtsäcke deponiert wurden. Er geht davon aus, dass nicht die eigenen Bewohner die Sünder sind, und überlegt sich, den Container abzuschliessen. Er will so verhindern, dass Fremde ihren Abfall darin deponieren.

Viktor Ott hat andere Erfahrungen gemacht: «Die Adressen, die wir in den Säcken fanden, stammen von den Bewohnern der Liegenschaft.» Allerdings haben sie auch etliche Säcke geöffnet, in denen keine Hinweise auf die Täterschaft gefunden werden konnten.

Wie befürchtet, wird zudem in den 82 öffentlichen Abfalleimern vermehrt Hausabfall entsorgt. Auch darin suchen sie nach Hinweisen auf die Täterschaft. Jedoch nur ungern. «Es stinkt uns im wahrsten Sinn des Wortes, im Abfall zu wühlen», so Ott. Und trotzdem sei es nötig, damit künftig kein stinkender Abfall in der Gemeinde herumliegt. Müll, der nicht in Gebührensäcke gefüllt ist, wird von den Mitarbeitern der Recyclingfirma stehen gelassen.

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