Die Ägypter kommen

Die Mitglieder der Bräusi-Vögel-Gugge formen im Moment aus Styropor Ägypterköpfe für die ­Fasnacht.

Philipp «Pipo» Killer arbeitet am über einen Meter grossen Majorkopf. zVg

«Am Anfang nehmen wir eine weisse Styroporplatte, schneiden sie grob zu, überziehen sie mit Gips und Polyester mit Glasfaser, schneiden die Figur dann auf und brechen das Styropor und den Gips heraus», erklärt Philipp «Pipo» Killer die Entstehung des knapp anderthalb Meter grossen Majorkopfs. Getreu dem diesjährigen Guggenmotto «Im alte Ägypte» entstehen edle Pharaonenköpfe. Etwas weniger aufwendig als der Majorkopf sind die anderen «Grinde» der Guggenmitglieder. Killer stellt ein Tonmodell her und lässt in einem Kunststoffspritzwerk in Luzern aus dem Prototyp Abgüsse erstellen. Im Probelokal befestigen die Guggenmitglieder darin einen Bauhelm, passen den Kopf an und bemalen ihn. Am Schluss werden Schattierungen auf den Kopf gespritzt.

Jedes Jahr ein neues Gewand

Etwa zwei bis drei Kilogramm wiegen die Guggenköpfe. «Ja, es ist sehr aufwendig, macht aber grossen Spass», sagt Killer, der zusammen mit vier weiteren Steinhauern den Majorkopf und die Prototypen erstellt. Der 48-Jährige ist seit Kindsbeinen begeisterter Fasnächtler und hat schon mit seinem Vater Masken gebastelt. «Wir haben es gut untereinander und es ist cool, wenn aus einer Idee etwas nicht Alltägliches entsteht.» Auch die Gewänder werden jedes Jahr neu erstellt, auch dafür wird ein Muster angefertigt. Mittlerweile nähen aber nur noch wenige Vereinsmitglieder selber. Die meisten lassen die Gewänder von einer Schneiderin herstellen. In den 52 Jahren seit der Vereinsgründung sind so einige Verkleidungen zusammengekommen. Die werden nach der Fasnacht nicht etwa weggeworfen. «Einige bewahren wir in unserem Lager auf, andere verkaufen wir oder brauchen sie als Dekoartikel», so Killer. Das Sujet wird übrigens bereits im August festgelegt, damit genug Zeit für die Herstellung bleibt, die mehrere Abende Arbeit braucht. Betrachtet man die alten Köpfe, stellt man fest, dass sich gerade in den letzten Jahren einiges verändert hat in der Herstellung und beim Material. «Teilweise brauchten wir Bauschaum, haben sie selbst gegossen oder gekleistert. Heute sind die Köpfe viel stabiler.»

Nicht jedes Sujet lässt sich gleich gut umsetzen. «Deshalb ist dies bei der Wahl mitentscheidend.» Von den anfänglich 20 bis 30 Vorschlägen der Vereinsmitglieder wird in drei Wahlrunden eines auserkoren. Mit dem Motto «Im alte Ägypte» ist Killer ganz zufrieden: «Es wird farbiger und edler als bei der vergangenen Fasnacht.» Einen politischen Bezug habe das Fasnachtsmotto in Spreitenbach nicht.

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