Spreitenbach
10.07.2019

Illegale Entsorgung im Wald verursacht Arbeit

Forstwart Marcel Wegmann vom Forstrevier Heitersberg sammelt am Montagmorgen den Abfall im Wald ein. Melanie BärAnhänger voll Abfall eingesammelt.

Forstwart Marcel Wegmann vom Forstrevier Heitersberg sammelt am Montagmorgen den Abfall im Wald ein. Melanie Bär

Anhänger voll Abfall eingesammelt.

Woche für Woche sammelt Forstwart Marcel Wegmann im Wald Abfall ein.

melanie Bär

Forstwart Marcel Wegmann fährt Richtung Forstmagazin, da kommt ihm Konrad Wiederkehr entgegen. Der ehemalige Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Spreitenbach- Killwangen erzählt dem Forstwart begeistert, dass er Neuntöter gesichtet hat. Die beiden halten einen kurzen Schwatz, ehe der Forstwart weiter Richtung Bauamt fährt.

Wegmann ist wie jeden Montagmorgen durch den Spreitenbacher Wald gefahren und hat den liegengelassenen Abfall eingesammelt. An diesem ersten Juli-Montag sind «nur» ein Tisch, eine Plastikbadwanne für Babys mit Gestell, ein Stuhl und ein Sack voll liegengebliebener Verpackungsabfälle zusammengekommen. Normalerweise füllt der Forstwart drei 35-Liter-Säcke mit Abfall pro Einsammeltour. Auch Velos, grosse Möbel oder einen Tresor hat er schon vorgefunden. Am vergangenen Montag sammelte er einen ganzen Anhänger voll Unrat ein: Pfannen, Reisekoffer und einen Haufen Plastikabfall.

Und das, obwohl in Spreitenbach als letzte Aargauer Gemeinde eine Pauschale für die Entsorgung bezahlt wird und somit beim Entsorgen keine zusätzlichen Kosten anfallen. Noch nicht. Demnächst wird auch in Spreitenbach eine Sackgebühr eingeführt. «Ich habe Angst, dass dann noch mehr Abfall im Wald entsorgt wird», sagt Wegmann. Vergehen wurden auch schon der Polizei gemeldet, jedoch ohne die Täterschaft ausfindig machen zu können. «Man müsste sie auf frischer Tat ertappen», so Wegmann. Auch das Aufstellen von zusätzlichen Abfallkübeln hat nichts genützt. «Der Abfallberg wurde noch grösser.»

Verständnis fürs illegale Entsorgen hat er nicht. «Jeder soll das, was er in den Wald mitnimmt, auch wieder heimnehmen und dort entsorgen.» Ein weiteres Ärgernis sei, wenn für den Waldaufenthalt mit Fahrzeugen durchs Fahrverbot gefahren wird. «Der Wald ist ein Ort von Ruhe und Frieden und soll es auch bleiben», sagt Förster Peter Muntwyler. So gesehen sind die Abfalleinsammeltouren von Marcel Wegmann auch eine «optische Kontrolle», wie Muntwyler sagt. Deshalb lässt er die Arbeit bewusst von einem Forstwart erledigen, auch wenn das Einsammeln nicht zu den eigentlichen Arbeiten der Forstrevier-Mitarbeiter gehört.

Bezahlt werden diese Arbeitsstunden von den Spreitenbacher Ortsbürgern, die so dafür Sorgen, dass der Wald ein sauberes Naherholungsgebiet bleibt. Und zufällige Begegnungen wie an diesem Montag mit dem Natur- und Vogelschützer seien hilfreich. «Der Natur- und Vogelschutzverein macht sehr viel und die Zusammenarbeit ist sehr gut», so Wegmann.