Der Rest dient als Dünger

Kein Fest, aber viele Kürbisse. Auch auf dem Hof der Familie Lienberger ist dieses Jahr einiges anders.

Farbige Kürbispracht auf dem Hof von Familie Lienberger im Spreitenbacher Dorfkern. Melanie Bär
Farbige Kürbispracht auf dem Hof von Familie Lienberger im Spreitenbacher Dorfkern. Melanie Bär

Die Kürbisse vor dem Bauernhof an der Dorfstrasse 41 sind nicht zu übersehen. Vom zum Essen bekannten orangen Muscat bis zum schlangenförmigen grünen Zierkürbis dekorieren sie alle den Vorhof der Familie Lienberger.

«Mittlerweile produzieren wir 120 bis 150 Tonnen Kürbisse pro Jahr und rund 180 Sorten», sagt Reto Lienberger. Seit 25 Jahren verwandelt Ehefrau Barbara Lienberger mit dem Fruchtgemüse den Garten und die Scheune in einen Ausstellungsraum. Der Hof wird damit sogar für Auswärtige zum Ausflugsziel, wie eine Mutter bestätigt, die deswegen mit ihren Kindern jedes Jahr extra nach Spreitenbach fährt.

Fest abgesagt, dafür mehr Kunden im Hofladen

Normalerweise beginnt der Verkauf im September mit einem Fest. 4000 bis 5000 Besucher kommen am Ausstellungswochenende bei Lienbergers vorbei. Wegen Corona fand der Anlass dieses Jahr nicht statt. Reto Lienberger rechnet damit, dass bis Ende November trotzdem der Grossteil der Kürbisse im Selbstbedienungsladen auf dem Hof verkauft sein wird. Der Rest wird kompostiert und landet als Dünger wieder auf den Feldern.

Was hingegen in der Kasse fehlt, sind die Einnahmen aus der Festwirtschaft und den anderen Gastronomieanlässen, die Lienbergers dieses Jahr nicht durchführen können. Insbesondere bei den Weihnachtsessen von Firmen ist die Nachfrage rückläufig. Dennoch ist der Unternehmer zuversichtlich, hat er doch schon einige Veränderungen auf dem Hof erlebt und den Betrieb mit der Produktion von Wein, Kürbissen, Schweinefleisch, den Legehennen und der Gastronomie auf mehrere Standbeine gestellt.

Dieses Jahr war der Direktverkauf im Hofladen – insbesondere während des Lockdowns – ein Segen. «Einige der während dieser Zeit gewonnen Kunden blieben, weil sie das Regionale und die Qualität schätzen gelernt haben», freut er sich. Das tut übrigens auch er selbst: «Mein Lieblingskürbis ist nach wie vor die Sorte Delica, am liebsten in Form von Suppe.»

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