Waldschule im Neuenhofer Wald

70 Drittklässler tauschten das Schulhaus mit dem Waldhaus im Juxital. Mit dem pensionierten Förster Philipp Vock entdeckten die Primarschüler den Wald.

Philipp Vock führt die Kinder in die Welt der Wildtiere ein. Fotos: zVg

Philipp Vock führt die Kinder in die Welt der Wildtiere ein. Fotos: zVg

Barfuss den Waldboden erfühlen.

Barfuss den Waldboden erfühlen.

 

Im Vorfeld des Waldtages führte der pensionierte Förster Philipp Vock die Kinder einen Nachmittag lang in die Vielfalt der Natur und Waldtiere ein. Anfang Juni wars dann so weit: Die Drittklässler lösten am Waldtag an fünf verschiedenen Posten Aufgaben.

Bei Quynh Tran tobten sich die Kinder mit Fangenspielen und Verstecken nach Herzenslust aus. Am Posten bei Vanessa Bellemann suchten die Kinder Äste, Steine, Tannenzweige, Farnkraut und Blätter, um schöne Waldmandalas zu legen. Es entstanden tolle Kunstwerke. Nicole Pfister liess die Kinder an ihrem Posten den Waldboden barfuss erfühlen. Mit geschlossenen Augen gingen sie barfuss auf Moos, Erde und über Stock und Stein. Erich Zimmerli baute mit den Kindern eine Waldhütte. Da der Forst erst kürzlich in diesem Waldstück ein paar Bäume gefällt hatte, trugen die Kinder fleissig die herumliegenden Äste und dünnen Stämme zusammen. So entstanden ein paar eigenartige Waldhütten, die zum Teil ein Dach aus Blättern bekommen haben.

Philipp Vock hatte präparierte Waldtiere auf der Wiese und im Wald aufgestellt. So erfuhren die Kinder viel Interessantes über die scheuen Tiere: Feldhase, Reh, Fuchs, Dachs und Specht. Wer hätte gewusst, dass der Fuchs seinen Bau selten selber baut, sondern einen verlassenen von einem Dachs übernimmt? Er muss dann nur noch die Feinarbeit im Innern übernehmen, damit sich seine Jungen dort wohlfühlen. Es gibt auch Bauten, wo Fuchs und Dachs miteinander zusammenleben, natürlich mit eigener Etage und Kessel. Um seine Jungen zu füttern, hat der Fuchs eine spezielle Art entwickelt, um Mäuse zu fangen. Mit seiner Nase zieht er die Luft aus den Mäusegängen, dadurch springen ihm die Mäuse fast direkt in seinen Fang (Mund). Er kann ohne weiteres mehrere Mäuse im Fang herumtragen und sie dann seinen Jungen bringen. In der Regel sind es vier bis sechs Junge, die nach einer Tragzeit von ca. 50 Tagen auf die Welt kommen. Die Anzahl der Jungfüchse ist abhängig vom Nahrungsangebot: je mehr Nahrung, desto mehr Jungfüchse. Die ca. 80 bis 160 Gramm schweren Fuchswelpen sind anfangs blind und tragen ein wolliges, graubraunes Haarkleid. Nach 12 bis 14 Tagen öffnen die Welpen erstmals die Augen. Sie werden zwei bis drei Wochen lang gesäugt und verlassen nach Ablauf eines Monats erstmals den Bau. In der Wildnis hat der Fuchs eine Lebenserwartung von etwa fünf Jahren.

(vt)

 

 

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