Mobil dank Freiwilligen

Tixi Aargau ermöglicht es betagten Menschen und Menschen mit Behinderung dank zahlreichen freiwilligen Fahrerinnen und Fahrern, mobil zu bleiben.

Die Freude der Tixi-Kunden ist immer gross, wenn sie von Yvonne Küttel im «goldenen Wagen» abgeholt werden. Foto: ska
Die Freude der Tixi-Kunden ist immer gross, wenn sie von Yvonne Küttel im «goldenen Wagen» abgeholt werden. Foto: ska

«Im Kanton Aargau leben viele Menschen mit einer Mobilitätsbehinderung, ob von Geburt an, durch einen Unfall, eine Krankheit oder altersbedingt. Für sie stellt bereits der Weg zum Coiffeur oder zum Einkaufen eine grosse Herausforderung dar und ist ohne Hilfe oft nicht möglich», heisst es einleitend in der Medienmitteilung von Tixi Aargau. Der Fahrdienst schafft in solchen Fällen Abhilfe und ist seit seiner Gründung 2007 so begehrt, dass inzwischen das vierte Rollstuhlfahrzeug angeschafft werden konnte. Kräftig unterstützt wird die Flotte zudem von zahlreichen freiwilligen Fahrerinnen und Fahrern, die die Kunden in ihren Privatautos chauffieren. Eine davon ist Yvonne Küttel aus Neuenhof, die bis vor zweieinhalb Jahren Geschäftsführerin von Tixi Aargau war – ihr Sohn hat den Fahrdienst im Aargau ins Leben gerufen.

«Die Fahrkunden freuen sich immer, wenn sie wieder mit dem goldenen Auto ausgeführt werden», schmunzelt Yvonne Küttel. Seit einem Unfall sind ihr die Rollstühle zu schwer zum Manövrieren, und sie ist nicht mehr mit dem Rollstuhlfahrzeug, sondern mit dem eigenen Auto unterwegs. «Das ist aber ganz praktisch, denn meist bediene ich die nähere Region, Neuenhof, Wettingen, Spreitenbach, bis Brugg», sagt Küttel. Sie übernimmt zwei bis drei Fahrten pro Woche, manchmal sei es auch nur eine, manchmal drei am gleichen Tag. Sie springe stets dort ein, wo noch jemand gebraucht werde. Die Kunden fährt sie dann zum Coiffeur, zum Essen, in die Klinik, in die Therapie, zum Zahnarzt «oder einfach in die Baldegg».

Nächstes Jahr werde sie pensioniert, dann habe sie wieder mehr Kapazität, um für Tixi zu fahren. Die Motivation für diese freiwillige Arbeit entspringt für Yvonne Küttel ihrer Leidenschaft für Tixi Aargau. Und, so fügt sie an: «Die Leute geben einem so viel zurück.» Ihre Freude im Umgang mit Menschen und wenn sie sehe, wie die Leute strahlen – das gebe ihr viel. Dabei sei keine Fahrt wie die andere: «Es ist immer wieder sehr spannend.»

Eines der faszinierendsten Erlebnisse war für Yvonne Küttel, als sie einen erblindeten Mann abholen und nach Hause fahren sollte. Obwohl vollkommen blind, habe sie der Mann präzise durch die ganze Strecke dirigiert. «Und das in einer Perfektion, dass ich nicht nur beeindruckt, sondern regelrecht baff war – wie mich eine Person, die nichts sieht, so exakt lotsen kann», wundert sie sich noch heute. Und er war nicht der Einzige. Auch ein junger Mann mit Behinderung, der nur Ja und Nein sagen und ansonsten nicht sprechen konnte, habe sie einmal nur mit Gesten und Handzeichen zum Ziel gelotst. «Ich habe das Navi ausgeschaltet, als ich gemerkt habe, dass er ganz genau weiss, wo er hin muss», erzählt Küttel.

Insgesamt 25 Fahrerinnen und Fahrer sind für Tixi Aargau freiwillig unterwegs, wie Geschäftsleiterin Athena Kunz berichtet. Im Jahr 2012 hat Tixi 2403 Fahrten übernommen. «Im 2013 wird es einiges mehr sein, denn es hat stark angezogen», erklärt Kunz.

Wer Tixi Aargau in Anspruch nehmen möchte, muss im Kanton Aargau wohnen und Mitglied beim Fahrdienst werden (Beitrag: 100 Franken pro Jahr). Tel. 056 406 13 63. Mail: mail@tixi-ag.ch. Homepage: www.tixi-ag.ch.

Der Fahrdienst ist ausserdem immer auf der Suche nach freiwilligen Fahrerinnen und Fahrern.

Lotto zugunsten von Tixi Aargau: Ref. Kirchgemeindehaus, Etzelstr. 22, 5430 Wettingen, Samstag, 19. Oktober, 17–22 Uhr.

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