Mit einem «Aber» für Limmatsteg

Für 9,5 Millionen Franken soll der Limmatsteg ­zwischen Neuenhof und Würenlos gebaut werden. Die Anhörung ist vorüber, das sagen die Aargauische Industrie- und Handelskammer und Parteien zum Vorhaben.

So soll er dereinst aussehen: Der Limmatsteg zwischen Neuenhof und Würenlos. Kanton Aargau

Die 123 Meter lange Brücke für den Velo- und Fussverkehr soll zwischen der Bahnunterführung in Neuenhof und dem Gartenparkplatz im Gebiet «Chlosterschür» in Würenlos gebaut werden. Im 2021 hatte der Grosse Rat mit der Anpassung des Richtplans die örtliche Festlegung für den Velosteg Sulpberg-Rüsler über die Limmat als Ergänzung des kantonalen Radroutennetzes beschlossen. Die Kosten für den Limmatsteg in der Landschaftsspange Sulpberg-Rüsler sind auf 9,47 Mio. Franken veranschlagt und werden durch die Spezialfinanzierung «Strassenrechnung» getragen. Auch der Bund soll einen gewissen Kostenanteil übernehmen. Voraussetzung dafür ist ein Baubeginn vor dem 31. Dezember 2025.

Handelskammer ist dafür

Doch bevor es so weit ist, müssen einige Hürden genommen werden. Die Anhörung ist vorüber, als Nächstes folgt die Botschaft an den Grossen Rat und dann die öffentliche Auflage des Baugesuchs. Für den Herbst ist der Kreditbeschluss durch den Grossen Rat geplant. Mehrheitlich zustimmend äussert sich die Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK) zum Projekt. So ist sie mit dem Projekt und der Erstellung einer Veloquerung im Grundsatz einverstanden. «Eher einverstanden» ist die AIHK auch mit den Kosten für das Bauwerk. Die Vereinigung kritisiert allerdings, dass im Rahmen des Anhörungsberichts die Machbarkeit und die geschätzten Kosten alternativer Lösungen nicht weiter thematisiert würden. Es werde zwar erwähnt, dass eine weniger aufwändige Lösung mit Zwischenabstützungen günstiger ausgefallen wäre. «Deren Kosten sowie die geltend gemachten Risiken für eine Umweltverschmutzung auf Grund des kontaminierten Flussbetts werden hingegen nicht quantifiziert», heisst es im Bericht der AIHK. Die AIHK stimmt dem Projekt trotz der Vorbehalte zu. Sie erwartet allerdings, dass bei weiteren Projekten Kritik, aus den Anhörungen hervorgehend, berücksichtig würde.

Für SVP und FDP ists zu teuer

Mit den Kosten nicht einverstanden ist die SVP: «Grundsätzlich wäre der Limmatsteg ein gutes Projekt, aber das Projekt ist sehr kostenintensiv. Insbesondere wenn man bedenkt, dass nur ein kleiner Teil der Aargauer Bevölkerung einen Nutzen aus dem Limmatsteg haben wird», heisst es auf der Website der Partei. Die SVP bemängelt, dass aus dem Anhörungsbericht nicht hervorgehe, mit wie vielen Nutzerinnen und Nutzern man rechne. Eine konkrete Schätzung sowie eine klare Kostensenkung werden gefordert. Ähnlich tönt es von Seiten der FDP, die das Preisschild mit knapp 10 Mio. Franken als eher hoch betitelt. Auch sie vermisst die Vergleichszahlen für die Abwägung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses.

Die SP Aargau sieht im Limmat­steg eine sinnvolle Ergänzung des regionalen Velonetzes. «Die Verbindung ist sinnvoll und trägt zu einer Attraktivitätssteigerung des regionalen Fuss- und Velowegnetzes bei», sagt Grossrätin Gabi Lauper. Auch die Kosten seien gemäss Mitteilung fair verteilt. Die Gemeinden müssten sich nicht an den Baukosten beteiligen, dafür aber für den Betrieb und den Unterhalt aufkommen.

Die «Mitte» und die Grünliberalen (GLP) stimmen dem Projekt zu. Der Limmatsteg eigne sich auch für ein Solarmodulprojekt, meint die GLP. Zudem möchte die Partei auch die Veloroute in Richtung Killwangen-Spreitenbach aufwerten und den Fussweg entlang der Limmat fürs Velo zugänglich machen.

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