Freude am Kontakt mit Familien

Mehr als ein Vierteljahrhundert hat Lisbeth Feiner auf der Mütter- und Väterberatungsstelle Babys und Kleinkinder gewogen und gemessen. Jetzt geht sie in Pension.

Elisabeth Feiner vor der Collage ihrer vier Grosskinder.Foto: bär
Elisabeth Feiner vor der Collage ihrer vier Grosskinder.Foto: bär

Am 31. Januar hat Lisbeth Feiner im reformierten Kirchgemeindehaus in Wettingen zum letzten Mal ein Kind gewogen und gemessen. Im Laufe ihrer Karriere dürften es ungefähr 5000 Wettinger Sprösslinge gewesen sein. Etwa halb so viele waren es in Neuenhof, wo Lisbeth Feiner ebenfalls als Assistentin der Mütter- und Väterberaterin tätig war. «Es kam sogar vor, dass ich Kinder betreute, deren Mütter als Baby selber schon bei mir waren.»

Die mittlerweile 66-Jährige hat nicht geplant, so lange bei der Mütterberatung tätig zu sein. «Schwester Irmgard rief mich eigentlich für eine Stellvertretung in Bergdietikon und Wettingen an.» Daraus wurde ein fester Einsatz in Wettingen und Neuenhof sowie Stellvertretungen im ganzen Bezirk.

Während die Beratungsstelle anfangs ausschliesslich von Frauen besucht wurde, kommen heute vermehrt auch Väter mit ihren Kindern in die Beratung. Mittlerweile sei die Beratung nach dem Messen und Wägen auch nicht mehr Pflicht, sondern freiwillig.

Überhaupt sei die Beratungsstelle professionalisiert worden. Vor einem Jahr hat die gelernte Kinderkrankenschwester erstmals einen Arbeitsvertrag erhalten. «Doch ich habe die Arbeit nie des Geldes wegen gemacht, sondern weil ich Freude am Kontakt mit den Müttern und Kindern habe.» Als Assistentin hat sie die Eltern zwar nicht beraten, hatte aber trotzdem ein offenes Ohr für sie und versuchte während der Wartezeit auch Kontakte zwischen den Müttern herzustellen, falls dies gewünscht wurde. «Wir haben auch Informationsmaterial über diverse Angebote wie Krabbelgruppen, Treffs und Kurse in der Region. Das ist mit dem Internet heute nicht mehr so wichtig.»

Ein Handgelenkbruch Ende vergangenen Jahres hat Lisbeth Feiner zur Pause gezwungen und ihr einen Vorgeschmack auf die Pension gegeben. Mit Kaffee und Kuchen hat sie sich Ende Januar dann in Neuenhof und Wettingen von «ihren» Müttern und Kindern verabschiedet. «Es ist nicht ganz einfach, aber ich freue mich auch, die Grosskinder mehr zu hüten und mehr Zeit fürs Reisen, Velofahren und Wandern zu haben.» Zusammen mit ihrem Mann, Felix Feiner, der per Ende Jahr als Gemeinderat in Wettingen zurücktritt.

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