Feuerwehrmann mit Blindenstock

Rund 150 Personen – davon ein Viertel Kinder – verfolgten am Freitagabend - die Hauptübung - der Neuenhofer - Feuerwehr.

Das Anlegen der langen Leitern im tief gelegenen ersten Stock war etwas knifflig – die kurze Leiter war schon in Gebrauch. Fotos: ska

Das Anlegen der langen Leitern im tief gelegenen ersten Stock war etwas knifflig – die kurze Leiter war schon in Gebrauch. Fotos: ska

Die Atemschutztruppe stürzte sich als Erste in die Rauchschwaden ...

Die Atemschutztruppe stürzte sich als Erste in die Rauchschwaden ...

... und rettete die vermisste Person (in diesem Fall ein Dummy).

... und rettete die vermisste Person (in diesem Fall ein Dummy).

Kommandant Daniel Burger kommentierte die Vorgänge für die interessierte Zuschauerschar. Kurz nach 19 Uhr erklangen die Sirenen und die Feuerwehrautos fuhren beim Übungsobjekt an der Bifangstrasse 11 vor. Das gesamte Feuerwehrpersonal war an diesem Abend im Einsatz und rettete mehrere Personen aus den oberen Stockwerken. Die Rettung an der Front des Hauses lief etwas holperig ab, da die kurze Holzleiter bereits an der Rückseite des Hauses im Einsatz war und vorne die langen Metallleitern sehr flach aufgestellt werden mussten.

Den skurrilsten Anblick bot an dieser Übung ein Feuerwehrmann, der sich mit einem Blindenstock in die rauchgefüllte Garage im Erdgeschoss begab. Es handelte sich dabei aber keineswegs um einen blinden Feuerwehrmann – mit dem Stock ist es den Mitgliedern der Atemschutztruppe möglich, vermisste Personen in rauchgefüllten Gebäuden schneller zu finden, wie Daniel Burger erklärte. «Und das ist wirklich ein ganz normaler Blindenstock», fügte er schmunzelnd an. In einer rauchgefüllten Tiefgarage zum Beispiel erhöht ein Blindenstock den Suchradius enorm und spart kostbare Zeit.

Bei der Atemschutztruppe fiel ausserdem ein hoher Pfeifton auf. Dieser gehe vom sogenannten «Bodyguard» aus, erklärte Burger – einem Gerät, das nicht nur die Luftreserve in der auf dem Rücken getragenen Flasche anzeigt, sondern auch einen hohen Pfeifton von sich gibt, wenn sich der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau eine Weile nicht mehr bewegt. Sollten sie im Ernstfall das Bewusstsein verlieren, können sie von ihren Kameraden durch das akustische Signal – ein sogenannter «Totmannschutz» – schneller gefunden werden.

Nach einer halben Stunde war die Übung abgeschlossen und von den Zuschauern gab es Applaus. Nach der Einsatzbesprechung und den Beförderungen dankten Kommandant Daniel Burger und Petra Kuster Gerny, Gemeinderätin und Ressortvorsteherin, den Feuerwehrleuten für ihren grossen freiwilligen Einsatz im ganzen Jahr.

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