Der Wanderweg an der Limmat ist wieder begehbar

Neugieriger Schwan beobachtet. bär

Neugieriger Schwan beobachtet. bär

Landschaftsgärtner Lucas Würsch fährt mit seinem Fischerboot zur Baustelle am Limmatufer. Melanie Bär

Landschaftsgärtner Lucas Würsch fährt mit seinem Fischerboot zur Baustelle am Limmatufer. Melanie Bär

Vorher – nachher: Der Limmatuferweg auf Neuenhofer Boden. zVg

Vorher – nachher: Der Limmatuferweg auf Neuenhofer Boden. zVg

Ausspülungen und Hangrutschungen beschädigten den Wanderweg am Limmatufer. Mit Naturmaterialien hat Landschaftsgärtner Lucas Würsch den Spazierweg in den vergangenen Tagen repariert.

«Ich bedauere es fast ein bisschen, dass die Sanierung morgen abgeschlossen ist», sagt Lucas Würsch vergangene Woche und steigt am Bootsplatz Killwangen in sein Fischerboot. 12 Tage lang brachte er Schaufel, Karette und andere Arbeitsgeräte mit dem Motorboot zu seinem Arbeitsplatz beim Neuenhofer Uferweg.

Zwischen Dolemättli und Fischerhütte Killwangen stellte er einen Teil des Wanderwegs am Limmatufer instand. Ausspülungen und Hangrutschungen hatten den Weg beschädigt. «Hier war alles unterspült», sagt der Landschaftsgärtner nach ein paar Minuten Bootsfahrt Richtung Wettinger Stauwehr. «Weil die Limmat hier eine Kurve macht, nimmt das Wasser auf dem Weg viel Erosionsmaterial mit.» Mit Totholz, zusammengebundenen lebenden Weidenästen, Schotter und Wasserbausteinen aus Alpnach sowie Weidenstecklingen hat er den Uferrand und den Wanderweg in Neuenhof wieder befestigt. «Die Weidenäste und Stecklinge schlagen Wurzeln, sodass der Uferrand bald bewachsen sein wird.»

Im Einklang mit der Natur

Lucas Würsch ist naturnahes Arbeiten wichtig. Der diplomierte Landschaftsgärtner ist auf Arbeiten am Gewässer spezialisiert, hat bei Jardin Suisse eine entsprechende Weiterbildung absolviert und sich mit seinem Einmannbetrieb selbstständig gemacht. «Hier wurden einst alte Eisenbahnschwellen zur Befestigung eingebaut, die verwendet man heute nicht mehr», erklärt er. Auch Vlies verwende man – wenn überhaupt – nur noch, wenn es ökologisch abbaubar ist.

Sein Fachwissen gibt er gerne an die Passanten weiter, die immer wieder anhalten und wissen wollen, warum mit der Wegsanierung so lange gewartet wurde. «Wir mussten warten, bis die Kälte vorbei ist und der Boden nicht mehr gefriert. Jetzt am Ende der Vegetationsruhe ist die beste Zeit für die Sanierung und Pflanzung.»

SBB als Auftraggeberin

Für den Unterhalt des Weges ist die SBB zuständig, die das darüberliegende Lehnenviadukt bauen liess. Für Würsch ist es ein Herzensprojekt. Er ist in Killwangen in der Nähe der Limmat aufgewachsen. Mit seiner Familie hat er in seiner Kindheit viel Zeit am und auf dem Wasser verbracht. «Ich bin leidenschaftlicher Fischer und Mitglied des Fischervereins Killwangen.»

Sein Fischerboot – und jene von vielen anderen Fischerkollegen – hat sein Grossvater gebaut, der Schreiner war. «Hier zu arbeiten, war logistisch herausfordernd, aber extrem schön.» Schliesslich kommt es selten vor, dass sein Fischerboot auf dem Weg zur Baustelle zum Einsatz kommt.

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